2.600 Menschen protestieren in Kreuzberg gegen Rassismus und Patriarchat
Julian Herrmann2.600 Menschen protestieren in Kreuzberg gegen Rassismus und Patriarchat
Über 2.000 Menschen demonstrierten in Berlin-Kreuzberg am Vorabend des 1. Mai
Am Vorabend des 1. Mai zogen mehr als 2.000 Menschen durch Berlin-Kreuzberg zur jährlichen Frauendemonstration. Die Kundgebung, die sich gegen Rassismus, Queerfeindlichkeit und Frauenhass richtete, wurde von einem starken Polizeiaufgebot begleitet, nachdem es in Einzelfällen zu Spannungen gekommen war.
Der Marsch begann am Kottbusser Damm und endete in der Köpenicker Straße. Die Teilnehmenden trugen Transparente und skandierten Parolen, mit denen sie sich gegen Belästigung und patriarchale Unterdrückung aussprachen. Auf einem Plakat stand: "Es ist an der Zeit, unsere Wut zu kanalisieren und uns gegen rassistische, queerfeindliche und frauenverachtende Übergriffe auf unseren Straßen zu wehren – und gegen die patriarchale Gesellschaft, die sie erst möglich macht. Wir weigern uns, uns anzupassen; stattdessen holen wir uns zurück, was uns rechtmäßig gehört."
Rund 1.800 Beamte waren im Einsatz – sowohl während der Demonstration als auch in der folgenden Walpurgisnacht. Die Polizei meldete vier Fälle von Sachbeschädigung, darunter an Privatfahrzeugen und Polizeifahrzeugen. Immer wieder wurden Feuerwerke gezündet, und Gegenstände flogen in Richtung der Einsatzkräfte. Die Stimmung blieb den ganzen Abend über spürbar angespannt.
Die Veranstalter:innen beendeten die Kundgebung etwa zehn Minuten früher als geplant. Die Behörden nahmen eine Person wegen Beleidigung eines Polizisten fest. Später korrigierte die Polizei ihre Schätzung der Teilnehmerzahl auf etwa 2.600 Personen nach oben.
Die Demonstration endete ohne größere Eskalation, doch es gab vereinzelte Auseinandersetzungen und Sachbeschädigungen. Die Polizei blieb mit einem starken Aufgebot präsent, bis die Veranstaltung vorzeitig beendet wurde. Die Proteste unterstrichen die anhaltenden Spannungen um Gleichberechtigung und strukturelle Diskriminierung in der Stadt.






