03 April 2026, 10:06

AfD startet umstrittene "Messer-App" – wie Berlin mit steigender Gewalt umgeht

Ein schildförmiges Polizeibadged mit "Polizei Berlin" in schwarzer Schrift, das einen blauen Hintergrund, einen weißen Stern und einen weißen Rand hat und auf einer Oberfläche liegt.

AfD startet umstrittene "Messer-App" – wie Berlin mit steigender Gewalt umgeht

Messattacken in Berlin nehmen stark zu – AfD startet "Messer-App" und entfacht Debatte

In Berlin hat die Zahl der Messerangriffe deutlich zugenommen: Die Polizei registrierte 2024 insgesamt 3.412 Vorfälle – ein Anstieg von 5,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Thema ist inzwischen zum politischen Zündstoff geworden, nachdem die rechtspopulistische AfD ein neues Tool zur Erfassung solcher Vorfälle vorgestellt hat. Kritiker werfen der Partei vor, damit Ängste zu schüren, während Befürworter mehr Transparenz bei Gewaltverbrechen fordern.

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Die Berliner AfD hat eine digitale "Messer-App" veröffentlicht, die polizeilich gemeldete Messerangriffe der letzten 30 Tage anzeigt. Die Anwendung enthält Angaben zu Verletztenzahlen sowie eine interaktive Karte mit den Tatorten. Die Partei argumentiert, dass ein Vergleich zwischen Polizeimeldungen und offiziellen Kriminalstatistiken eine besorgniserregende Lücke bei der Erfassung aufzeige.

Die Fraktionsvorsitzende der AfD, Kristin Brinker, warf der regierenden Koalition vor, das wahre Ausmaß der Gewalt zu verschleiern. Sie behauptete, das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung habe abgenommen, und forderte, weitere Daten – etwa die Nationalitäten der Tatverdächtigen – öffentlich zugänglich zu machen. Berlin bleibt eines der wenigen Bundesländer, das solche Informationen nicht preisgibt.

Die Gegenreaktion ließ nicht lange auf sich warten: Die Linke verurteilte die App als "Angstmache" und warf der AfD vor, Kriminalität instrumentalisieren zu wollen, um fremdenfeindliche Stimmungen zu schüren. Unterdessen reagierten die Behörden mit dem Einsatz spezieller Polizeieinheiten und der Einrichtung von drei Waffenverbotszonen, die erste Erfolge bei der Reduzierung von Messerdelikten zeigen.

Offizielle Zahlen dazu, wie viele der Messerangriffe aus dem Jahr 2024 zu Verurteilungen führten, liegen nicht vor. Berichte heben jedoch Einzelfälle hervor, etwa einen Übergriff am Holocaust-Mahnmal 2024 (2025 rechtskräftig verurteilt) sowie einen laufenden Prozess wegen einer Attacke im Volkspark Hasenheide. Auch die Schusswaffenkriminalität ist gestiegen: 2025 verzeichnete Berlin einen Anstieg von 68 Prozent bei Waffenstraftaten.

Mit ihrer App rückt die AfD das Thema Messergewalt in den Mittelpunkt des Berliner Wahlkampfs. Zwar haben die Behörden Maßnahmen ergriffen, um die Gewalt einzudämmen – doch das Fehlen umfassender Verurteilungsdaten wirft weiterhin Fragen auf. Der Streit um Transparenz und öffentliche Sicherheit dürfte sich angesichts der politischen Spannungen weiter zuspitzen.

Quelle