25 March 2026, 12:05

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Unternehmer kommen kaum zu Wort

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht zu Reportern vor dem Kanzleramt in Berlin, umgeben von Menschen mit Mikrofonen und Gebäuden im Hintergrund.

ARD und ZDF vernachlässigen Wirtschaftsthemen in Talkshows – Unternehmer kommen kaum zu Wort

Eine neue Analyse zeigt, dass die öffentlichen Rundfunkanstalten ARD und ZDF in ihren Talkshows wirtschaftspolitischen Themen deutlich weniger Sendezeit einräumen. 2025 widmeten sich nur noch 20 Prozent der Folgen der Wirtschaftspolitik – ein deutlicher Rückgang gegenüber 33 Prozent im Jahr 2023. Kritiker bemängeln, dass diese Schieflage wichtige unternehmerische Perspektiven in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit ausblendet.

Die Studie untersuchte 284 Ausgaben von fünf großen Talkformaten: Markus Lanz, Caren Miosga, Maybrit Illner, hart aber fair und Maischberger. Lediglich 56 dieser Sendungen (19,7 Prozent) beschäftigten sich mit wirtschaftspolitischen Themen. Selbst wenn wirtschaftliche Fragen behandelt wurden, fehlten oft Vertreter aus der Wirtschaft. In Maischberger etwa verzichteten 80 Prozent der wirtschaftsbezogenen Folgen komplett auf Unternehmer als Gäste. Insgesamt kamen in 32 Prozent aller wirtschaftspolitischen Diskussionen weder Unternehmer noch Branchenvertreter zu Wort.

Die Gästelisten waren stark von Politikern (41 Prozent) und Journalisten (27 Prozent) dominiert. Ökonomen machten 14 Prozent aus, während Unternehmer nur fünf Prozent und Vertreter von Wirtschaftsverbänden lediglich zwei Prozent stellten. Eine Ausnahme bildete hart aber fair: Hier behandelten 39 Prozent der Folgen wirtschaftliche Themen – und in allen waren auch Stimmen aus der Wirtschaft vertreten.

Thorsten Alsleben, Geschäftsführer der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM), kritisierte die Sender scharf für die Vernachlässigung ihrer Pflicht zu ausgewogener Berichterstattung. Er warnte, dass das Ignorieren unternehmerischer Standpunkte in einer wirtschaftlichen Abwärtsspirale das öffentliche Verständnis beeinträchtige. Alsleben forderte, mehr Unternehmer und Branchenführer in die Sendungen einzuladen, und betonte deren Bedeutung für die Entwicklung von Lösungsansätzen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Der Rückgang der Wirtschaftsberichterstattung fällt in eine Zeit, in der Deutschland vor finanziellen Herausforderungen steht. Die Analyse legt nahe, dass die öffentliche Debatte ohne ausreichende Wirtschaftsexpertise wichtige Impulse verliert. Die Sender haben auf die Kritik bisher nicht reagiert und keine Änderungen bei der Auswahl ihrer Gäste angekündigt.

Quelle