Autor:innen verlassen Westend Verlag nach Streit um rechtsextreme Inhalte
Greta WernerAutor:innen verlassen Westend Verlag nach Streit um rechtsextreme Inhalte
Rund 30 Autor:innen des Westend Verlags haben öffentlich die Zusammenarbeit mit ihrem Verlag beendet. Der Schritt folgt auf die Veröffentlichung eines Buches, das ihrer Ansicht nach rechtsextreme Positionen verbreitet. Unter den Unterzeichnenden befinden sich bekannte Persönlichkeiten wie taz-Mitarbeitende und der linke Politiker Gregor Gysi.
Im Mittelpunkt des Streits steht das kürzlich erschienene Werk Links – Deutsch / Deutsch – Links, herausgegeben von Julian Reichelt und Pauline Voss. Die Autor:innen werfen dem Buch vor, Beiträge von Schriftsteller:innen zu enthalten, deren Ansichten denen der Alternative für Deutschland (AfD) nahestehen. In einem offenen Brief werfen sie dem Verlag eine ideologische Verschiebung vor und kritisieren, dass das Programm nun „bis weit in den rechten Rand“ reiche.
Die Unterzeichnenden betonen zwar, dass der Westend Verlag das Recht habe, zu veröffentlichen, was er für richtig halte – sie beharrten jedoch auf ihrem eigenen Recht, sich davon zu distanzieren. Sie haben erklärt, künftig nicht mehr mit dem in Neu-Isenburg bei Frankfurt ansässigen Haus zusammenzuarbeiten.
Der Verlag bedauerte in einer Stellungnahme den offenen Brief und verteidigte das Buch. Man argumentierte, dass vielfältige und gegensätzliche Perspektiven dazu beitrügen, eigene Analysen zu schärfen und zu verfeinern.
Der offene Brief markiert einen deutlichen Bruch zwischen den Autor:innen und dem Westend Verlag. Während der Verlag an seiner Haltung zum Inhalt des Buches festhält, bleiben die Unterzeichnenden bei ihrer Entscheidung, die professionelle Zusammenarbeit zu beenden. Der Konflikt zeigt, wie tief die ideologischen Gräben in der Verlagswelt verlaufen.






