Bahn-Chaos durch Funkausfall: Tausende Reisende sitzen fest – und die DB kämpft mit Krisen
Paul SimonBahn-Chaos durch Funkausfall: Tausende Reisende sitzen fest – und die DB kämpft mit Krisen
Deutschlands Bahnnetz kam am Dienstagabend wegen eines Funkausfalls plötzlich zum Erliegen. Tausende Reisende saßen fest, als der Zugverkehr im ganzen Land zum Stillstand kam.
Die Störung trat während Wartungsarbeiten an einem zentralen Bestandteil des GSM-R-Bahnfunksystems auf. Philipp Nagl, Chef von DB InfraGO, bestätigte, dass die Ursache mit dieser kritischen Komponente zusammenhing.
Gleichzeitig steht die Deutsche Bahn vor tiefgreifenden Führungswechseln. Die Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla treibt die Umstrukturierung des Konzerns voran. Dazu gehört der Abbau von rund 30 Prozent der Führungspositionen in der Zentrale. Zudem will sie mehr Entscheidungsbefugnisse auf regionale Manager verlagern, die künftig für Servicequalität und Leistungskennzahlen verantwortlich sein sollen.
Auch im Finanzressort gibt es personelle Veränderungen: Michael Obrowski, ein Manager von Volkswagen, übernimmt die Leitung der Finanzabteilung. Er löst Karin Dohm ab, die das Amt nach nur vier Monaten verließ.
Doch nicht nur intern gibt es Turbulenzen – auch extern mehren sich die Herausforderungen. Das Großprojekt Stuttgart 21 verzögert sich erneut und soll nun erst Ende 2031 fertiggestellt werden – fünf Jahre später als geplant. Als Hauptgründe wurden Probleme bei der Digitalisierung und unvollständige Planungen genannt.
Zusätzlich steigt der Druck durch den italienischen Anbieter Italo, der 2028 mit 30 Hochgeschwindigkeitszügen auf dem deutschen Fernverkehrsmarkt einsteigen will. Das Unternehmen zielt auf lukrative Strecken ab und könnte der Deutschen Bahn damit Einnahmen entziehen. Das würde die Fähigkeit des Konzerns schwächen, weniger rentable Regionalverbindungen durch Quersubventionierung zu finanzieren.
Der Funkausfall brachte Tausende Reisende in Schwierigkeiten, während die Bahn gleichzeitig mit Führungswechseln, Projektverzögerungen und neuer Konkurrenz kämpft. Diese Entwicklungen werden die Zukunft des Schienenverkehrs in Deutschland prägen.
