07 May 2026, 04:05

Berlin ehrt Margot Friedländer mit Platzbenennung vor dem Abgeordnetenhaus

Denkmal in einem Stadtplatz für Holocaust-Opfer, mit einem Baum davor, einem Topfgewächs auf dem Boden, verstreuten trockenen Blättern und Gebäuden, Fahrzeugen, Pfählen und Bäumen im Hintergrund.

Berlin ehrt Margot Friedländer mit Platzbenennung vor dem Abgeordnetenhaus

Vor dem Berliner Abgeordnetenhaus wird bald ein Platz den Namen der Holocaust-Überlebenden Margot Friedländer tragen. Die offizielle Umbenennungsfeier findet am Dienstag statt, begleitet von einer Ehrung durch den regierenden Bürgermeister Kai Wegner. Friedländer, die Ehrenbürgerin Berlins, wird im Rahmen einer Sonderveranstaltung im Plenarsaal gewürdigt.

Unterdessen bereiten sich die Abgeordneten darauf vor, die jüngsten Maifeierlichkeiten und Proteste vom 1. Mai zu bewerten. Zwar verliefen die meisten Veranstaltungen friedlich, doch die Polizei meldete Dutzende Festnahmen und leitete über 100 Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Straftaten ein.

Der Tag beginnt um 9:00 Uhr mit einer feierlichen Veranstaltung im Abgeordnetenhaus. Regierender Bürgermeister Kai Wegner wird eine Rede halten, in der er Margot Friedländers Leben und ihre unerschütterliche Widerstandskraft würdigt, die in der Stadt unauslöschliche Spuren hinterlassen haben. Im Anschluss wird die neue Namensplatte für den Platz offiziell enthüllt.

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Später, um 11:00 Uhr, tritt das Landesparlament zu seiner Plenarsitzung zusammen – eine Stunde später als üblich. Im Mittelpunkt steht dann die Aufarbeitung der Maikundgebungen, an denen zehntausende Menschen in ganz Berlin teilgenommen hatten. Die Polizei bestätigte, dass die Veranstaltungen weitgehend friedlich blieben, obwohl mehrere Dutzend Personen vorübergehend festgenommen wurden.

Die Behörden haben rund 120 Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Straftaten während der Proteste eingeleitet. Die Vorwürfe reichen von Verstößen gegen die öffentliche Ordnung über Körperverletzung und Sachbeschädigung bis hin zu Beleidigung und sexueller Belästigung. Das Parlament wird in seiner Sitzung nun die Frage erörtern, wie mit diesen Vorfällen umgegangen wurde.

Die Umbenennung des Platzes ist eine dauerhafte Anerkennung von Margot Friedländers Vermächtnis in Berlin. Sowohl die Feierlichkeiten als auch die parlamentarischen Debatten werden sich zudem mit der Balance zwischen öffentlicher Feierkultur und der Aufrechterhaltung von Recht und Ordnung bei Großveranstaltungen befassen. Die Ermittlungen zu den Vorfällen vom 1. Mai dauern derweil an; mit Ergebnissen wird in den kommenden Wochen gerechnet.

Quelle