Berliner Tafel kämpft mit Rekordnachfrage – wie Freiwillige helfen und Spenden sammeln
Paul SimonBerliner Tafel kämpft mit Rekordnachfrage – wie Freiwillige helfen und Spenden sammeln
Freiwillige in Berlin engagieren sich gegen wachsende Nachfrage nach Lebensmittelhilfe
In einem Neuköllner Supermarkt sammeln Anne, Uschi und Marianne Spenden für die Berliner Tafel – Teil eines Netzwerks, das seit der Pandemie und dem Krieg in der Ukraine fast doppelt so viele Menschen versorgt. Ihr Einsatz fällt zusammen mit der Osterkampagne der Organisation, die Kundinnen und Kunden auffordert, in lokalen Geschäften zusätzliche Lebensmittel zu spenden.
Die Berliner Tafel arbeitet im großen Stil: Monatlich verteilt sie 660 Tonnen Lebensmittel. Zu ihrem Netzwerk gehören 48 "Brot & Seele"-Ausgabestellen – meist an Kirchengemeinden angebunden – sowie ein Logistikzentrum und 25 Lieferfahrzeuge. Die Hilfslieferungen erreichen 400 soziale Einrichtungen und versorgen rund 94.000 Menschen in Obdachlosenunterkünften und Suppenküchen der Stadt.
In der Edeka-Filiale an der Karl-Marx-Straße gehen trotz bescheidener Einkommensverhältnisse im Viertel kontinuierlich Spenden ein. Die Osteraktion, die noch bis zum 4. April 2026 läuft, umfasst 15 Standorte von Edeka, Rewe und Kaufland. Kunden werden aufgefordert, beim Einkauf ein zusätzliches Produkt mitzunehmen und es den Freiwilligen an der Kasse zu überlassen.
Unter den Helferinnen sticht Anne heraus – mit 33 Jahren die Jüngste. Die Verkäuferin im KaDeWe packt jeden Donnerstag mit an, seit eineinhalb Jahren bereits. Uschi hingegen engagiert sich seit 14 Jahren an der Ausgabestelle der Magdalenenkirche. Ihr Einsatz spiegelt einen bundesweiten Trend wider: Mittlerweile gibt es in Deutschland über 970 Tafel-Standorte, eine Zahl, die seit der Gründung der Bewegung 1993 stetig steigt.
Die Arbeit der Berliner Tafel basiert auf langfristigem Freiwilligenengagement und kurzfristigen Kampagnen, um die wachsende Nachfrage zu decken. Angesichts anhaltender Ernährungsunsicherheit erweitert die Organisation kontinuierlich ihr Netz an Ausgabestellen und Lieferstrukturen. Die Osteraktion zeigt, wie kleine, regelmäßige Spenden der Kundschaft spürbar helfen können.






