Bundespolizei bangt um Einsatzfähigkeit: Körperkameras drohen auszufallen
Philipp HuberBundespolizei bangt um Einsatzfähigkeit: Körperkameras drohen auszufallen
Bundespolizei droht Engpass bei Körperkameras
Die deutsche Bundespolizei könnte schon bald mit einem Mangel an funktionstüchtigen Körperkameras konfrontiert sein. Eine aktuelle Ausschreibung für 2.500 neue Geräte – mit Option auf weitere 1.500 – scheiterte trotz eines Budgets von fünf Millionen Euro. Falls das Problem nicht zeitnah gelöst wird, könnten Beamte bereits im nächsten Jahr ohne einsatzfähige Technik dastehen.
Das gescheiterte Vergabeverfahren bringt die Behörde in eine prekäre Lage. Der bisherige Hersteller plant, die Unterstützung für die bestehenden Kameras einzustellen, was im Jahr 2023 viele Einsatzkräfte ohne funktionierende Geräte zurücklassen könnte. Die Verantwortlichen hoffen nun, dass der Lieferant die Betreuung zumindest vorübergehend verlängert – was jedoch Millionen kosten würde.
Die Ausschreibung enthielt zusätzliche Anforderungen, etwa austauschbare Akkus, die potenzielle Anbieter abschreckten. Zudem sind einige der aktuellen Modelle nahtlos mit den Tasern der Bundespolizei kompatibel, was den Austausch weiter verkompliziert.
Körperkameras haben sich im Polizeialltag längst bewährt: Allein in Bahnhöfen tragen sie oft zur Deeskalation angespannter Situationen bei. Zudem liefern sie entscheidende Beweismittel in Strafverfahren und sind damit ein unverzichtbares Werkzeug für die Beamten.
Das Bundesinnenministerium steht nun unter Druck, den Mangel schnellstmöglich zu beheben. Ohne Lösung riskiert die Polizei den Verlust einer zentralen Ressource – sowohl für die Sicherheit der Einsatzkräfte als auch für die Beweissicherung. Der Fall zeigt, wie schwierig es ist, technische Anforderungen mit den Zwängen öffentlicher Beschaffung in Einklang zu bringen.
