BVG setzt auf Quantencomputing gegen Personalmangel und hohe Fluktuation
Paul SimonBVG setzt auf Quantencomputing gegen Personalmangel und hohe Fluktuation
Berlins Verkehrsbetriebe BVG kämpft mit massivem Personalmangel
Bis 2026 werden voraussichtlich über 4.300 Mitarbeiter der BVG in den Ruhestand gehen, während laufende Kündigungen die Krise weiter verschärfen. Um gegenzusteuern, setzt das Unternehmen nun auf fortschrittliche Einsatzplanungslösungen, die durch Quantencomputing angetrieben werden.
Bisherige Planungsmethoden bei der BVG berücksichtigten oft nicht die individuellen Wünsche der Fahrer, was die Fluktuation zusätzlich erhöhte. Als Reaktion darauf wurde ein neues System entwickelt, das klassische und quantenbasierte Techniken kombiniert. Dabei kam unter anderem das DBSCAN-Clustering-Verfahren zum Einsatz, um Fahrer nach Präferenzen zu gruppieren – wodurch sich die notwendigen API-Abfragen für die Einsatzplanung um 80 Prozent reduzierten.
Ein weiterer Baustein des Projekts war ein Uncertainty Adapter, der einen Isolation Forest-Anomalie-Detektor mit einem auf Gauß-Prozessen basierenden Nachfrageprognosemodell verband. Dies ermöglichte eine deutlich effizientere Ressourcenverteilung. Ein entscheidender Test bestand darin, ein komplexes Planungsproblem für 150 Fahrer auf verschiedenen Buslinien mithilfe von Quantencomputing zu lösen.
Die Lösung des Unternehmens Beerantum integrierte die Fahrerpräferenzen über den Bias-Field-DCQO-Algorithmus von Kipu Quantum. Der gesamte Prozess zeigte einen klaren Weg von der frühen Testphase (TRL 4) bis zu einem einsatzbereiten Pilotprojekt (TRL 6) innerhalb von nur zwei Jahren – ein Zeitplan, der mit den Hardware-Entwicklungsplänen von Kipu übereinstimmt.
Schon kleine Verbesserungen haben bei der BVG große Wirkung: Eine Steigerung der Planungseffizienz um nur 2 Prozent könnte jährlich etwa 18 Millionen Euro einsparen. Das neue System bietet der BVG damit eine Möglichkeit, Ineffizienzen zu verringern und die Mitarbeiterbindung zu stärken. Mit einem geplanten Pilotprojekt in den nächsten zwei Jahren könnte die Technologie bald eine Schlüsselrolle dabei spielen, die Belegschaft im Berliner Nahverkehr zu stabilisieren. Die Einsparungen und betrieblichen Vorteile könnten zudem die finanziellen Belastungen für das städtische Verkehrsnetz verringern.






