Café Amélie in Gießen: 15 Jahre Aktivismus zwischen Kaffee und Genossenschaftsmodell
Paul SimonCafé Amélie in Gießen: 15 Jahre Aktivismus zwischen Kaffee und Genossenschaftsmodell
Ein einzigartiges genossenschaftliches Café in Gießen verbindet seit über 15 Jahren Fairness mit Aktivismus
Seit 2007 setzt das Café Amélie in Gießen auf Prinzipien der Gerechtigkeit und des gesellschaftlichen Engagements. Entstanden im Rahmen einer Kampagne gegen Studiengebühren, bietet es bis heute einen Raum für Kultur, Bildung und sozialen Wandel.
Das Café hat seinen Standort im Gewerkschaftshochhaus an der Walltorstraße, ist jedoch unabhängig von Gewerkschaften organisiert. Stattdessen funktioniert es als Kollektiv, in dem jedes Mitglied – unabhängig von der Anzahl der Anteile – gleiches Stimmrecht besitzt. Die Mitgliedschaft steht allen offen, die bereit sind, innerhalb des ersten Jahres einen Anteil von mindestens 100 Euro zu erwerben.
Alle Beschäftigten erhalten denselben Mindestlohn, und eventuelle Gewinne fließen in Projekte, die den Werten der Genossenschaft entsprechen: Antifaschismus, Umweltschutz, fairer Handel sowie die Emanzipation marginalisierter Gruppen. Neben dem gastronomischen Angebot veranstaltet das Café Podiumsdiskussionen, Vorträge und Kunstausstellungen. Zudem organisiert es Filmabende, Konzerte und Partys.
Das Engagement für die Gemeinschaft geht noch weiter: So gibt es etwa Weihnachtsfeiern für Kinder aus einkommensschwachen Familien. Regelmäßig arbeitet die Genossenschaft mit sozialen Wohlfahrtsorganisationen zusammen, um ihr Solidaritätsprinzip zu stärken.
Das Café Amélie zeigt, wie sich Aktivismus und wirtschaftlicher Betrieb verbinden lassen – und beweist, dass genossenschaftliche Modelle nicht nur ein Unternehmen, sondern auch eine Bewegung tragen können. Durch die Reinvestition von Gewinnen und gleiche Bezahlung bleibt es ein Vorbild für faire, gemeinwohlorientierte Initiativen in Gießen.






