Chaos beim 1. Mai in Berlin: Warum die Demo in Kreuzberg fast stillstand
Julian HerrmannChaos beim 1. Mai in Berlin: Warum die Demo in Kreuzberg fast stillstand
„Revolutionärer 1. Mai“ in Berlin: Demonstration in Kreuzberg kommt nur langsam voran
Die traditionelle „Revolutionäre Maidemonstration“ in Berlin musste mit Verzögerungen kämpfen, als tausende Feiernde die Straßen von Kreuzberg füllten. Der Demonstrationszug kam nur stockend voran, mit langen Wartezeiten und zerstreuten Gruppen, die sich über das gesamte Viertel verteilten. Die Polizei beobachtete die Lage genau, während die Menschenmengen stündlich weiter anwuchsen.
Am Nachmittag hatte sich die Demonstration in zwei Teile aufgespalten: Die Spitze erreichte Neukölln, während der hintere Teil auf der Oranienstraße in Kreuzberg feststeckte. Teilnehmer berichteten von Wartezeiten von bis zu 30 Minuten, bevor es weiterging.
Die Liga der Kommunisten bestätigte auf X, dass ihr Block auf der Glogauer Straße zum Stehen gekommen war. Kreuzberg sei mit Feiernden überfüllt, was den Fortschritt des Marsches blockiere, hieß es. Unklar blieb, ob die Demonstranten ihr geplantes Ziel, den Südstern, noch am Abend erreichen würden.
Die Behörden ergreifen Vorsichtsmaßnahmen, als die Situation zunehmend unübersichtlich wurde. Straßen in ganz Kreuzberg wurden gesperrt, U-Bahn-Stationen umfahren. Später am Tag blockierte die Polizei auch den Zugang zum Görlitzer Park. Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sagte im RBB-Abendschau, dass sich fast 50.000 Menschen zum Tag der Arbeit versammelt hätten. Trotz des Gedränges bleibe die Stimmung bisher friedlich, betonte sie.
Das langsame Tempo der Demonstration und die zersplitterten Gruppen zeigten die Herausforderungen großer Kundgebungen in dicht besiedelten Gebieten. Bei sichtbarer Polizeipräsenz verlief die Veranstaltung bisher ohne größere Zwischenfälle. Nun werden Organisatoren und Teilnehmer bilanzieren, wie sich die Verzögerungen auf ihre Pläne für den Tag ausgewirkt haben.






