Cyberangriffe auf Elektroautos: Warum vernetzte Fahrzeuge zur Zielscheibe werden
Julian HerrmannCyberangriffe auf Elektroautos: Warum vernetzte Fahrzeuge zur Zielscheibe werden
Elektroautos unter wachsender Cyberbedrohung – trotz Fortschritten bei der Fahrsicherheit
Elektrofahrzeuge (EFs) sehen sich zunehmend der Gefahr von Cyberangriffen ausgesetzt, obwohl die Fortschritte in der Fahrsicherheit zu weniger Unfällen geführt haben. Ein aktueller Bericht warnt, dass Hacker Schwachstellen in der Software ausnutzen könnten, um kritische Fahrzeugfunktionen zu übernehmen. Während die Zahl der Verkehrsunfälle sinkt, steigt das Risiko digitaler Attacken.
Moderne Autos setzen auf vernetzte Systeme für Fahrerassistenz und andere Features. Diese Technologien haben die Straßen sicherer gemacht, indem sie Unfälle reduzieren. Doch wie Christoph Krauss, Professor für Cybersicherheit an der Hochschule Darmstadt, betont, eröffnen sie gleichzeitig Angriffsflächen für Kriminelle.
Schwachstellen in Software-Schnittstellen, etwa schlecht gesicherte Programmierschnittstellen (APIs), wurden bereits identifiziert. In einigen Fällen reichten Hackern bereits die Fahrzeug-Identifikationsnummer, um Zugang zu erhalten. Selbst einfache Authentifizierungsfehler könnten es Straftätern ermöglichen, ganze Flotten lahmzulegen oder Akkus zu entladen, indem sie Funktionen wie die Heizung auf voller Leistung ferngesteuert aktivieren.
Die Branche hat mit strengeren Sicherheitsstandards und Vorschriften reagiert. Hersteller arbeiten nun zusammen, um bestehende Risiken zu minimieren. Experten weisen jedoch darauf hin, dass Angriffe trotz dieser Maßnahmen weiterhin möglich bleiben. Die meisten dokumentierten Vorfälle betrafen bisher Zulieferer und Produktionsprozesse – nicht die Fahrzeuge selbst.
Aus öffentlichen Unterlagen geht nicht hervor, wie viele erfolgreiche Hackerangriffe auf Elektroautos es zwischen 2021 und 2026 gab. Berichte verweisen zwar auf Sicherheitslücken, liefern aber kaum Details zu konkreten Vorfällen. Auch wurden keine bestimmten Automarken als besonders gefährdet eingestuft.
Der Trend zu vernetzten Fahrzeugen hat zwar das Unfallrisiko verringert, aber gleichzeitig neue Cybergefahren geschaffen. Sicherheitsupdates werden kontinuierlich umgesetzt, doch bleiben Lücken bestehen, die Angreifern die Störung von EF-Funktionen ermöglichen könnten. Hersteller und Forscher arbeiten gemeinsam daran, diese Schwachstellen zu schließen, bevor sie in großem Stil ausgenutzt werden.






