DAX: Vom Rekordcrash 1989 bis zur Wirecard-Pleite – eine Geschichte der Extremfälle
Julian HerrmannDAX: Vom Rekordcrash 1989 bis zur Wirecard-Pleite – eine Geschichte der Extremfälle
Der DAX hat seit seiner Einführung 1988 zahlreiche Krisen durchlebt. Manche dieser Einbrüche waren abrupt und heftig, andere zogen sich über Jahre hin. Jeder hinterließ Spuren in Deutschlands wichtigstem Aktienindex.
Der schlimmste Tag in der Geschichte des DAX war der 16. Oktober 1989. Ein gescheitertes Finanzierungsvorhaben für die Übernahme von United Airlines löste einen Crash aus – innerhalb weniger Stunden verlor der Index fast 13 Prozent seines Werts.
Die geplatzte Dotcom-Blase stellte die längste Belastungsprobe dar. Zwischen 2000 und 2003 büßte der DAX in mehr als 1.100 Tagen über 70 Prozent seines Werts ein.
2020 verursachte die COVID-19-Pandemie den schnellsten Absturz der DAX-Geschichte. Innerhalb von weniger als vier Wochen verlor der Index rund 40 Prozent an Wert.
Auch der Wirecard-Skandal erschütterte den DAX. Das Zahlungsunternehmen stieg im September 2018 in den Index auf, wurde jedoch im August 2020 nach Aufdeckung eines 1,9-Milliarden-Euro-Bilanzbetrugs wieder ausgeschlossen.
2021 folgte eine grundlegende Reform: Der DAX wurde von 30 auf 40 Unternehmen erweitert und führte eine Gewinnregel für Neuaufnahmen ein. Anleger können den DAX nicht direkt kaufen, sondern müssen auf ETFs, Futures, Optionen, CFDs oder strukturierte Produkte zurückgreifen, um seine Entwicklung abzubilden.
Der DAX hat steile Abstürze, langanhaltende Talfahrten und Skandale überstanden. Seine Schöpfer dürften sich eine solche extreme Volatilität kaum vorgestellt haben. Doch der Index passt sich weiter an – mit Reformen und neuen Regeln, die seine Zukunft prägen.
