Deutsche Bahn kämpft mit neuen Maßnahmen gegen Verspätungen – doch die Ziele rücken in die Ferne
Paul SimonDeutsche Bahn kämpft mit neuen Maßnahmen gegen Verspätungen – doch die Ziele rücken in die Ferne
Die Deutsche Bahn hat drei neue Maßnahmenpakete vorgestellt, um die Zufriedenheit der Fahrgäste zu steigern – angesichts anhaltender Verspätungen. Die Initiativen sind Teil der umfassenderen "Agenda für zufriedene Kunden" des Bundesverkehrsministeriums. Doch mit nur 60 Prozent pünktlich angekommener Fernzüge im vergangenen Jahr räumen Beamte ein, dass weiterhin erhebliche Herausforderungen bestehen.
2025 zahlte die Deutsche Bahn 156,1 Millionen Euro an Entschädigungen für Verspätungen und Zugausfälle aus – ein Rückgang um 41 Millionen Euro im Vergleich zu 2024, aber immer noch das Dreifache der Summe von 2019. Dennoch gibt es keinen detaillierten Vergleich der ersten Monate 2025 mit den Vorjahren. Unternehmenschefin Evelyn Palla schloss schnelle Lösungen aus und verwies auf ein überlastetes und veraltetes Schienennetz.
Die neuen Aktionsprogramme zielen auf mehr Sauberkeit und Sicherheit an Bahnhöfen, verbesserten Komfort im Fernverkehr sowie klarere Fahrgastinformationen bei Störungen ab. Doch bereits zu Beginn des Jahres 2025 gefährdeten extreme Wetterbedingungen selbst bescheidene Pünktlichkeitsziele.
Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder setzte ein angepasstes Ziel von 70 Prozent Pünktlichkeit bis 2029. Die bisherige Vorgabe der Bahnführung von 75 bis 80 Prozent bis 2027 bezeichnete er als unrealistisch. Für dieses Jahr wird allenfalls eine Stagnation der Pünktlichkeitsquote auf dem Niveau von 2025 erwartet.
Schnieder warnte zudem, dass der aktuelle Zustand der Deutschen Bahn das Vertrauen der Bürger in demokratische Institutionen untergraben könnte.
Die jüngsten Pläne konzentrieren sich auf die Bedingungen an Bahnhöfen, den Reisekomfort an Bord und Echtzeit-Informationen für Fahrgäste. Angesichts von Infrastrukturengpässen und wetterbedingten Rückschlägen erscheinen jedoch kurzfristige deutliche Verbesserungen der Pünktlichkeit unwahrscheinlich. Die Zielmarke von 70 Prozent pünktlich eintreffender Züge bis 2029 bleibt die zentrale Vorgabe der Regierung.






