17 March 2026, 00:04

Deutsche Bank investiert 150 Millionen Dollar in Afrikas Handelsfinanzierungslücken

Logo der Berlin Finance Initiative mit einem blauen Kreis mit weißer Umrandung und einem weißen 'B' in der Mitte, umgeben von einem weißen Ring mit einem blau-weißen Karomuster, auf einem weißen Hintergrund mit der Aufschrift 'Berlin Finance Initiative' in fetter schwarzer Schrift.

Deutsche Bank investiert 150 Millionen Dollar in Afrikas Handelsfinanzierungslücken

Deutsche Bank startet 150-Millionen-Dollar-Programm gegen Handelsfinanzierungsengpässe in Afrika

Die Deutsche Bank hat ein neues Programm in Höhe von 150 Millionen US-Dollar aufgelegt, um die wachsende Lücke in der Handelsfinanzierung Afrikas zu schließen. Die Initiative, die gemeinsam mit der British International Investment (BII) entwickelt wurde, zielt darauf ab, kleinere Märkte zu unterstützen, in denen die Finanzierung zunehmend knapp wird. Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund, dass viele globale Banken in den letzten Jahren ihre Aktivitäten auf dem Kontinent zurückgefahren haben.

In einer weiteren Entwicklung hat die Bank zudem Gerald Podobnik zum neuen Co-Leiter ihrer globalen Unternehmenssparte ernannt. Er übernimmt die Position von Ole Matthiessen. Unterdessen notiert die Aktie der Deutschen Bank weiterhin unter ihrem langfristigen Durchschnitt – ein Zeichen für die anhaltenden Herausforderungen am Markt.

Das neue Risikoteilungsprogramm markiert die erste formelle Zusammenarbeit zwischen der Deutschen Bank und der BII. Im Rahmen der Vereinbarung übernimmt die BII die Rolle eines finanziellen Rückhaltes und deckt potenzielle Verluste für lokale Banken und Finanzinstitute ab, die mit der Deutschen Bank zusammenarbeiten. Im Fokus stehen dabei unterversorgte Märkte wie Sambia, Äthiopien und Ruanda, wo der Zugang zu Handelsfinanzierungen weiterhin begrenzt ist.

Laut Schätzungen der Afrikanischen Entwicklungsbank beträgt die jährliche Finanzierungslücke im afrikanischen Handel etwa 100 Milliarden US-Dollar. Seit 2015 hat sich diese Situation verschärft, da große internationale Kreditgeber – darunter HSBC, Standard Chartered und Barclays – ihre Aktivitäten in Afrika reduziert oder ganz eingestellt haben. Besonders betroffen sind westafrikanische Länder wie Nigeria und Ghana sowie ostafrikanische Volkswirtschaften wie Kenia und Tansania, die mit regulatorischen Hürden, Währungsschwankungen und geringer Rentabilität zu kämpfen haben.

Mit ihrer Initiative will die Deutsche Bank einen Teil dieser Lücke schließen, indem sie lokale Kreditgeber dazu ermutigt, mehr Handelskredite zu vergeben. Das unfundierte Risikobeteiligungsmodell sieht vor, dass die BII zwar keine direkten Mittel bereitstellt, aber einen Teil des Risikos absichert. Dadurch fällt es den Partnern der Deutschen Bank leichter, Kredite zu bewilligen.

Die Ankündigung folgt auf jüngste Führungswechsel innerhalb der Bank. Gerald Podobnik, der zuvor eine führende Position in der Unternehmensbankensparte innehatte, übernimmt nun gemeinsam die Leitung der globalen Unternehmensbank. Seine Ernennung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der Aktienkurs der Deutschen Bank unter Druck steht: Aktuell notiert die Aktie bei 25,80 Euro – etwa 14 Prozent unter ihrem 200-Tage-Durchschnitt.

Das 150-Millionen-Dollar-Programm soll Unternehmen in Afrikas kleineren Volkswirtschaften dringend benötigte Unterstützung bieten, die Schwierigkeiten haben, Handelsfinanzierungen zu erhalten. Durch die Risikoteilung mit der BII will die Deutsche Bank die Kreditvergabe in Regionen ankurbeln, aus denen sich internationale Banken zurückgezogen haben. Sollte die Initiative erfolgreich sein, könnte sie als Vorbild für ähnliche Partnerschaften dienen und dazu beitragen, das anhaltende Handelsfinanzierungsdefizit des Kontinents zu verringern.

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