13 March 2026, 22:05

Deutsche Flughäfen verlieren im europäischen Vergleich weiter an Boden – warum die Erholung stockt

Ein Airbus A320-200 der Austrian Airlines beim Start vom Frankfurt Airport, umgeben von grünem Gras, blühenden Pflanzen, Bäumen, Laternenmasten und einem Gebäude im Hintergrund unter einem bewölkten Himmel.

Deutsche Flughäfen verlieren im europäischen Vergleich weiter an Boden – warum die Erholung stockt

Deutsche Flughäfen kämpfen um die Erholung nach der Pandemie – und hinken im europäischen Vergleich hinterher

Die deutschen Flughäfen kommen bei der Erholung von der Pandemie nur langsam voran und liegen bei Flugkapazitäten und Wachstum hinter anderen europäischen Ländern zurück. Der Arbeitskreis Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV) fordert nun die Bundesregierung und die EU auf, die Investitionsregeln zu reformieren und die Kosten zu senken, um einen weiteren Niedergang des Sektors zu verhindern.

Während der europäische Luftverkehr die Vorkrisenwerte bereits übertroffen hat, bleibt das Flugangebot in Deutschland weiterhin unter den Zahlen von 2019. Branchenvertreter warnen: Ohne Kurskorrektur droht das Land seinen Status als wichtiger Luftfahrtstandort zu verlieren.

Seit 2019 haben deutsche Flughäfen nur 85 bis 90 Prozent ihrer Vorkrisen-Kapazitäten wiederhergestellt. Im Gegensatz dazu verzeichnen Nachbarländer ein deutliches Plus: die Niederlande (105 Prozent), Großbritannien (102 Prozent), Frankreich (98 Prozent) und Spanien (110 Prozent) liegen sämtlich über ihren Werten von 2019. Der Unterschied liegt in gezielten Anreizen – etwa Spaniens flexible Slot-Vergabe, Frankreichs gebührenfreie Landungen für neue Strecken oder Großbritanniens Subventionen für Billigfluglinien –, die Deutschland bisher nicht bietet.

Hohe staatliche Abgaben und regulatorische Unsicherheiten treiben Airlines in die Flucht. Der ADV betont die Notwendigkeit stabiler Finanzierungsmodelle, insbesondere für kleinere Flughäfen, durch klarere Planungsregeln bei den Luftverkehrsgebühren. Ohne solche Rahmenbedingungen bleiben Investitionen in neue Strecken und Infrastruktur ein Risiko.

Point-to-Point-Airlines, die anderswo für Wachstum sorgen, haben in Deutschland kaum expandiert. Über ein Drittel der Inlandsverbindungen wurde seit 2019 gestrichen, was die Anbindung verschlechtert. Zudem setzt sich der ADV für marktwirtschaftliche Lösungen ein, etwa Book-and-Claim-Systeme für nachhaltige Flugkraftstoffe (SAF), um CO₂-neutrales Fliegen zu fördern.

Kaweh Mansoori, hessischer Verkehrsminister, warnte kürzlich, dass sich Deutschland weiteren Rückstand nicht leisten könne. Der ADV lehnt zusätzliche nationale Vorschriften ab, die über EU-Standards hinausgehen – diese würden die Wettbewerbsnachteile nur verschärfen.

Die Reformforderungen des ADV konzentrieren sich auf drei zentrale Punkte: Kostensenkung, regulatorische Planungssicherheit und praktische Anreize für SAF. Ohne diese Änderungen könnten deutsche Flughäfen im europäischen Wettbewerb weiter an Boden verlieren.

Bemühungen wie die Gebührensenkungen von Fraport oder Lockerungen bei Nachtflugregelungen zeigten bisher nur begrenzte Wirkung. Nun bleibt abzuwarten, ob die Politik gegensteuert, um den Abwärtstrend zu stoppen.

Quelle