Deutschland plant strengere Krypto-Steuern und will Milliarden einsammeln
Paul SimonDeutschland plant strengere Krypto-Steuern und will Milliarden einsammeln
Deutschlands Finanzminister hat Pläne vorgelegt, bis 2027 durch strengere Besteuerung von Kryptowährungen und härteres Vorgehen gegen Finanzkriminalität 2 Milliarden Euro einzunehmen. Die Vorschläge sehen das Ende der ungewöhnlichen einjährigen Steuerbefreiung für Kryptogewinne in Deutschland vor und würden das Land damit an den Großteil Europas angleichen. Änderungen müssen jedoch zunächst vom Bundestag und Bundesrat gebilligt werden.
Nach geltendem Recht zahlen deutsche Anleger keine Steuern auf Gewinne aus Kryptowährungen, wenn sie die Vermögenswerte mindestens zwölf Monate halten. Verkäufe innerhalb eines Jahres werden als privates Einkommen versteuert, wobei Gewinne unter 1.000 Euro steuerfrei bleiben. Dieses System macht Deutschland in Europa zum Außenseiter, da die meisten Länder Kryptogewinne unabhängig von der Haltedauer besteuern.
Finanzminister Lars Klingbeil will diese Regelungslücke schließen und argumentiert, sie könne zur größten neuen Einnahmequelle werden. Eine Option wäre die Besteuerung von Krypto wie bei anderen Wertpapieren – mit einem pauschalen Kapitalertragssteuersatz von 25 Prozent zuzüglich möglicher Zuschläge. Die Behörden haben bereits die Kontrollen von Transaktionen innerhalb eines Jahres verschärft.
Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem eine EU-Richtlinie Anbieter verpflichtet, Nutzerdaten, Vermögensbestände und Transaktionsdetails zu melden. Dadurch wird es deutlich schwieriger, Gewinne vor den Finanzämtern zu verbergen. Wer bei Steuerhinterziehung erwischt wird, muss mit Bußgeldern rechnen, während Wiederholungstäter sogar Haftstrafen drohen.
Eine endgültige Entscheidung hängt von einem konkreten Gesetzesentwurf und der Zustimmung beider Parlamentskammern ab. Falls verabschiedet, würden die Reformen die Überwachung von Kryptotransaktionen verschärfen und die Strafen bei Verstößen erhöhen. Die Regierung erwartet, dass die Änderungen bis 2027 zusätzliche Milliarden an Steuereinnahmen bringen.






