Dietzenbach ehrt Hermann Wolf mit neuem Straßenname nach 80 Jahren Vertreibung
Paul SimonDietzenbach ehrt Hermann Wolf mit neuem Straßenname nach 80 Jahren Vertreibung
Eine neue Straße in Dietzenbach ehrt Hermann Wolf, den letzten gewählten jüdischen Gemeindevorsteher der Stadt
Die feierliche Einweihung des Hermann-Wolf-Wegs fand am 1. August 2023 statt – ein bewegender Moment, bei dem Familienmitglieder zum ersten Mal seit ihrer Flucht vor der NS-Verfolgung in die Stadt zurückkehrten. Hermann Wolf, ein hochdekorierter Soldat des Ersten Weltkriegs, wurde 1933 aus seiner Heimat vertrieben und starb später im Exil.
Wolf lebte einst mit seiner Familie in der Bahnhofstraße 71, einem Haus, das heute durch Stolpersteine an die Familie erinnert. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 war die Familie Wolf schikanösen Erpressungen, Schikanen und Verfolgungen ausgesetzt, bis sie schließlich ganz aus Dietzenbach vertrieben wurde.
Wolf gelang die Flucht in die USA, doch er starb 1941 im Alter von 69 Jahren in Havanna, Kuba. Seine Nachfahren, die heute in den USA leben, reisten extra zur Einweihung der Straße an. Rund 20 Familienmitglieder nahmen teil – für viele war es der erste Besuch in Dietzenbach seit dem Zweiten Weltkrieg.
Bürgermeister Dr. Dieter Lang betonte in seiner Rede die Bedeutung, sich an die jüdische Geschichte der Stadt zu erinnern. Mit dem Hermann-Wolf-Weg bleibt das Andenken an Wolf als letzten jüdischen Gemeindevorsteher Dietzenbachs bewahrt.
Die Zeremonie würdigte nicht nur Wolfs Verdienste, sondern auch das Leid, das seine Familie unter der NS-Herrschaft erlitten hatte. Mit der neuen Straße hat Dietzenbach einen wichtigen Schritt getan, um das Gedenken an seine jüdische Gemeinde zu bewahren. Der Hermann-Wolf-Weg steht als dauerhafte Mahnung – an ein Leben, das geprägt war von Engagement, und an eine Geschichte, die nicht in Vergessenheit geraten darf.






