25 June 2026, 22:03

Europas Lkw-Branche warnt: Klimaziele scheitern an fehlender Infrastruktur

Lkw-Branche fordert Erweiterung der EU-Ladeinfrastruktur

Europas Lkw-Branche warnt: Klimaziele scheitern an fehlender Infrastruktur

Führende europäische Lkw-Hersteller warnen, dass die klimafreundlichen Ziele im Güterverkehr in Europa in Gefahr sind. Sie argumentieren, dass die aktuellen Vorschriften die mangelnde Lade- und Wasserstoffinfrastruktur nicht ausreichend berücksichtigen. Ohne dringende Investitionen droht der Umstieg auf emissionsfreie Flotten zu scheitern.

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Auf einer kürzlichen Branchenveranstaltung wiesen Führungskräfte großer Nutzfahrzeughersteller auf das Ausmaß der Herausforderung hin. Alexander Vlaskamp, Vorstandsvorsitzender von MAN Truck, betonte, dass Europa monatlich 750 bis 800 Hochleistungs-Ladestationen errichten müsse, um die Klimaziele bis 2030 zu erreichen. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) ergänzte, dass allein Deutschland bis 2030 rund 350 Schwerlast-Ladestationen benötige.

Hildegard Müller, Präsidentin des VDA, unterstrich die Notwendigkeit tausender Wasserstofftankstellen neben dem Ausbau der Ladeinfrastruktur. Karin Rådström, Vorstandsvorsitzende der Daimler Truck Holding AG, kritisierte die Kluft zwischen regulatorischen Vorgaben und wirtschaftlicher Realität. Sie forderte radikale Lösungen, um diese Lücke zu schließen.

Maximilian von Löbbecke, Geschäftsführer von Renault Trucks Deutschland, verwies darauf, dass noch immer 98 Prozent der Lkw auf den Straßen mit Diesel fahren. Er nannte die hohen Kosten als Haupthemmnis für die Umstellung. Die Hersteller waren sich einig, dass die Gesamtbetriebskosten und die unzureichende Infrastruktur die größten Hindernisse für emissionsfreie Flotten darstellen.

Die Euro-7-Abgasnormen, die bis 2049 drastische CO₂-Reduktionen vorsehen, können ohne die passende Infrastruktur nicht erfolgreich umgesetzt werden. Die Lkw-Hersteller warnen, dass Europas ehrgeizige Pläne für einen grünen Güterverkehr ohne beschleunigte Investitionen unerreichbar bleiben. Die Branche drängt die Politik, die Vorschriften stärker an den praktischen Gegebenheiten auszurichten.

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