27 March 2026, 00:06

EZB kauft riskante Unternehmensanleihen – wer trägt die Kosten bei Pleiten?

Europäischer Zentralbank-Hauptsitz in Frankfurt, Deutschland bei Nacht, mit beleuchteten Gebäuden, Bäumen, Straßenlaternen, Lichtern und Fußgängern unter einem bewölkten Himmel.

EZB kauft riskante Unternehmensanleihen – wer trägt die Kosten bei Pleiten?

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Rolle auf den Finanzmärkten ausgeweitet, indem sie Unternehmensanleihen erwirbt – darunter auch riskantere Papiere. Fast die Hälfte der bisher gekauften 440 Anleihen trägt ein B-Rating, eine Kategorie, die oft als besonders risikoreich gilt. Dieser Schritt deutet auf eine verstärkte wirtschaftliche Einmischung hin und wirft Fragen nach möglichen Risiken für die Steuerzahler im Euroraum auf.

Das Anleihenkaufprogramm der EZB umfasst nun auch mittelgroße, privat geführte Unternehmen und nicht mehr nur Großkonzerne. Durch die Ausweitung auf ein breiteres Spektrum an Firmen will die Bank die Finanzierungsbedingungen in der gesamten Wirtschaft verbessern. Allerdings hat diese Strategie dazu geführt, dass auch Anleihen erworben wurden, die von einigen Ratingagenturen als "Ramschpapiere" eingestuft werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die EZB stellt sicher, dass alle gekauften Anleihen zumindest ein Investment-Grade-Rating aufweisen. Doch mit dem aktiven Kauf von B-bewerteten Papieren sendet sie ein klares Signal, dass sie bereit ist, höhere Risiken einzugehen. Kritiker werfen der Bank vor, ihr Vorgehen erinnere zunehmend an das eines Hedgefonds – insbesondere, da fast die Hälfte ihrer Bestände in die riskantere B-Kategorie fällt.

Sollten Unternehmen, deren Anleihen die EZB hält, insolvent werden, trägt letztlich der Steuerzahler im Euroraum die finanzielle Last. Die Maßnahmen der Bank haben zudem Vergleiche mit großen Hedgefonds hervorgerufen, von denen viele nicht in traditionellen Finanzzentren wie London oder New York, sondern in Frankfurt oder Tokio ansässig sind.

Bisher beläuft sich das Volumen der EZB-Anleihenkäufe auf 440 Papiere, wobei ein beträchtlicher Teil ein höheres Ausfallrisiko birgt. Zwar fördert das Programm den breiteren Zugang zu Finanzmitteln in der Wirtschaft, gleichzeitig setzt es die Steuerzahler aber potenziellen Verlusten aus. Die sich wandelnde Rolle der Bank prägt die Finanzmärkte im Euroraum weiterhin maßgeblich um.

Quelle