20 March 2026, 18:04

Frankfurts neues Wohnprojekt bewahrt römische Ruinen unter seinen Fundamenten

Römerzeitliche Amphitheaterruinen mit Treppen, Mauern und Bögen auf einer grünen Wiese, umgeben von einem Zaun mit Bäumen im Hintergrund und einem Wasserzeichen auf dem Bild.

Frankfurts neues Wohnprojekt bewahrt römische Ruinen unter seinen Fundamenten

Ein großes Wohnprojekt in Frankfurt verbindet bald modernes Leben mit antiker Geschichte

In Frankfurt entsteht an der Adresse In der Römerstadt 126–134 ein Wohnkomplex mit rund 190 Mietwohnungen – doch das eigentliche Highlight des Geländes liegt unter der Erde. Hier wurden originale römische Ruinen der verlorenen Stadt Nida freigelegt, und sie bleiben genau dort, wo sie entdeckt wurden.

In das neue Gebäudeensemble wird eine Ausstellung integriert, die diese seltenen Antiken präsentiert. Zu den Schätzen gehört ein hölzerner Keller, der 2023 geborgen wurde und nun an seinen ursprünglichen Standort zurückkehrt, um Teil der Schau zu werden.

Die Entdeckung der römischen Überreste auf dem Baugelände hat die Pläne für das neue Wohnviertel grundlegend verändert. Statt die antiken Funde zu entfernen, werden sie erhalten und die Ausstellung um sie herum gestaltet. Die Präsentation wird sich über Teile des Erdgeschosses und einen Anbau eines der Neubauten erstrecken.

Besucher können ausgewählte Funde bestaunen, die Aufschluss über das Straßennetz Nidas und die städtebauliche Entwicklung der Region über die Jahrhunderte geben. Die Ausstellung will Geschichte greifbar machen – mit interaktiven Workshops für Schulklassen und die Öffentlichkeit. Ein architektonisches Modell des künftigen Museumsraums wurde am 2. März 2026 enthüllt und gibt einen ersten Eindruck davon, wie sich die Ruinen in den modernen Komplex einfügen werden.

Frankfurts römische Vergangenheit beschränkt sich nicht auf diesen Fundort. Im Stadtteil Höchst kamen bei Sanierungsarbeiten im Bolongaro-Palast kürzlich Überreste eines frühen Militärlagers zum Vorschein. Jahrzehntelange Forschungen – unter anderem geleitet von Experten wie der ehemaligen Kuratorin des Archäologischen Museums, Huld-Zetsche – haben zudem das Bild Nidas rekonstruiert. Untersuchungen zu Mithras-Funden, darunter ein möglicherweise aus dem späten 1. Jahrhundert stammender Tempel, zeigen, wie die Siedlung aufblühte, bevor sie im 3. und 4. Jahrhundert allmählich verfiel. Viele frühere Entdeckungen gingen durch Baumaßnahmen im 19. Jahrhundert verloren, was die erhaltenen Ruinen heute umso wertvoller macht.

Das Wohnprojekt erfüllt nun einen doppelten Zweck: Es bietet fast 200 Haushalten ein Zuhause und wird gleichzeitig zur dauerhaften Heimat des römischen Erbes Frankfurts. Der hölzerne Keller und weitere Artefakte verbleiben in ihrem ursprünglichen Kontext und schaffen so für Anwohner und Besucher eine direkte Verbindung zu den antiken Wurzeln der Stadt. Die Bauarbeiten schreiten voran, und der Ausstellungsbereich soll zu einem prägenden Element des neuen Stadtteils werden.

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