Halle fehlen trotz moderner Warnsysteme öffentliche Schutzräume für den Katastrophenfall
Julian HerrmannHalle fehlen trotz moderner Warnsysteme öffentliche Schutzräume für den Katastrophenfall
Halle (Saale) weist trotz gut ausgearbeiteter Notfallpläne für kritische Infrastrukturen erhebliche Lücken im Zivilschutz auf. Zwar hat die Stadt ihre Warnsysteme ausgebaut und die Zusammenarbeit mit Landesbehörden intensiviert, doch existiert derzeit kein einziger öffentlicher Schutzraum, wie ihn das Bundesrecht vorschreibt. Diese Herausforderungen stehen im Mittelpunkt einer bevorstehenden hochkarätigen Veranstaltung der CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt.
Die Stadtwerke Halle-Gruppe und ihre Tochterunternehmen haben detaillierte Notfallpläne für die Bereiche Energie, Wärme, Trinkwasser, Abwasser, Verkehr und IT-Systeme erarbeitet. Zudem wurde das Sirenennetz modernisiert – an 17 Standorten sind die Anlagen bereits auf dem neuesten Stand – und die Stadt in das Modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) eingebunden. Die Zusammenarbeit mit dem Land Sachsen-Anhalt, Hilfsorganisationen und der Bundeswehr wurde ausgebaut, darunter jährliche Großübungen zur Überprüfung der Einsatzbereitschaft.
Doch ein zentrales Manko bleibt: Halle verfügt über keine der im Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz (ZSKG) geforderten öffentlichen Schutzräume. Die städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG Halle-Neustadt GmbH und Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH verfügen weder über ausgewiesene Schutzräume noch über besondere Vorsorgemaßnahmen.
Um diese Probleme zu thematisieren, organisiert die CDU-Fraktion eine Dialogveranstaltung unter dem Titel „Perspektiven des Zivilschutzes: Wie gut ist die Gesellschaft vorbereitet?“. Die Veranstaltung findet am Dienstag, dem 2. Juni 2026, um 18:00 Uhr im Mitteldeutschen Multimediazentrum (MMZ) statt. Auf dem Podium diskutieren Dr. Tamara Zieschang, Kerstin Godenrath, Tobias Krull, Chris Schulenburg und Hendryk Stör. Ziel ist es, praxisnahe Erkenntnisse für die parlamentarische Arbeit zu gewinnen – der Eintritt ist für alle Bürgerinnen und Bürger frei.
Im Fokus der Veranstaltung stehen sowohl die Fortschritte Halles bei Warnsystemen und Infrastruktur-Schutz als auch der dringende Handlungsbedarf bei öffentlichen Schutzräumen. Die Ergebnisse der Diskussion sollen in künftige gesetzgeberische und operative Maßnahmen in Sachsen-Anhalt einfließen. Bürger wie Verantwortungsträger erhalten damit die Möglichkeit, die Krisenresilienz der Region mitzugestalten.






