20 June 2026, 14:02

Hamburgs Kinder- und Jugendarbeit in Gefahr: Netzwerk droht die Schließung

Finanzielle Engpässe und Gegenwinde

Hamburgs Kinder- und Jugendarbeit in Gefahr: Netzwerk droht die Schließung

Hamburgs einziges Fachnetzwerk für offene Kinder- und Jugendarbeit vor dem Aus

Das VKJH, Hamburgs einziges spezialisiertes Netzwerk für offene Kinder- und Jugendeinrichtungen, steht vor einer möglichen Schließung. Die Organisation betreibt in der ganzen Stadt Abenteuerspielplätze, Jugendclubs und Familienberatungsstellen. Doch ihre Zukunft ist wegen finanzieller Unsicherheiten in Gefahr.

Aktuell unterhält das VKJH 17 Einrichtungen und 27 Projekte, kämpft jedoch mit der Deckung grundlegender Verwaltungskosten. Ohne gesicherte Finanzierung müsste es bis Ende Juni alle seine Angebote an die Bezirksämter abgeben. Um eine Geschäftsführung und eine administrative Stelle zu finanzieren, fehlen jährlich rund 120.000 Euro.

Zudem plant die Schulbehörde, die OHA!-Ombudsstelle für Kinder- und Jugendrechte mit einer neuen Ombudsstelle für Kitas zusammenzulegen. Dafür wäre eine Neuausschreibung nötig – was das seit 2018 bestehende Büro bedroht. Seit ihrem Start 2021 bearbeitet die OHA-Stelle jährlich etwa 300 Beratungsanfragen.

Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) kritisiert die Pläne zur Neuausschreibung. Der Jugendhilferechtsexperte Peter Schruth schlug vor, das bestehende Büro könnte seinen Zuständigkeitsbereich einfach auf Kitas ausweiten – ohne neues Auswahlverfahren.

Falls keine Finanzlösung gefunden wird, droht dem VKJH die Auflösung. Der Verlust der OHA-Ombudsstelle würde Hamburg eine zentrale Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche nehmen. Die Entscheidung der Stadt über das Vergabeverfahren wird über das Schicksal des Netzwerks und seiner Interessenvertretung entscheiden.

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