10 April 2026, 16:05

Hamburgs Olympia-Bewerbung: Volksabstimmung am 31. Mai – und die Rolle der Schulen

Plakat für die Olympischen Spiele 1988 in Seoul, Südkorea, das einen Läufer mit den Olympischen Ringen im Hintergrund und den Text "Olympische Spiele" oben zeigt.

Hamburgs Olympia-Bewerbung: Volksabstimmung am 31. Mai – und die Rolle der Schulen

Hamburgs Olympia-Bewerbung wird am 31. Mai 2023 zur Volksabstimmung stehen, nachdem die Initiative NOlympia erfolgreich genug Unterschriften gesammelt hat. Bei dem Referendum dürfen alle Einwohnerinnen und Einwohner ab 16 Jahren über die Pläne der Stadt entscheiden. Unterdessen sind Schulen zu einem zentralen Diskussionsort geworden – insbesondere die dort eingesetzten Lehrmaterialien stehen in der Kritik.

Der Senat bestätigte am 17. März 2023 die Gültigkeit der Unterschriftenkampagne von NOlympia und ebnete damit den Weg für die Abstimmung. Als Reaktion darauf verteilte die Innenbehörde Unterrichtsmaterialien an Schulen, die die Olympia-Bewerbung unterstützen. Diese Materialien thematisieren jedoch keine Gegenargumente – etwa zur Neutralität des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) oder zu früheren Kontroversen – und erwähnen NOlympia in den Inhalten für die 11. bis 13. Klassen nicht.

Kritiker werfen den Unterlagen vor, gegen den Beutelsbacher Konsens zu verstoßen, der von Lehrkräften verlangt, Schülerinnen und Schüler zur eigenständigen Urteilsbildung anzuleiten. Dennoch prüfte die Behörde für Schule und Berufsbildung die Materialien und erklärte sie für zulässig: Die Schüler könnten sich sehr wohl ein eigenes Urteil bilden. Die Schulbehörde betonte zudem, es gebe keine Bedenken, wenn NOlympia eigene Informationsmaterialien in Schulen verteile – allerdings klären die Bildungsbehörde und die Innenbehörde noch die genauen Regelungen.

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Die Senatskoalition plant, die Olympia-Bewerbung im Unterricht zu thematisieren, doch direkte Gespräche zwischen Abgeordneten und Schülerinnen und Schülern sind vor der Abstimmung nicht vorgesehen. Stattdessen kündigte die Innenbehörde an, das Thema in schulsportliche Veranstaltungen zu integrieren und ehrenamtliches Engagement zu fördern. Unabhängig davon veranstaltet die Parlamentskanzlei am 28. April 2023 eine Diskussionsrunde für Schülerinnen und Schüler ab der 10. Klasse.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) unterstrich, das IOC müsse sich an Hamburgs Bedürfnisse anpassen – und nicht umgekehrt. Letztlich wird das Referendum entscheiden, ob die Stadt ihre Bewerbung weiterverfolgt.

Am 31. Mai 2023 stimmen Hamburgs Einwohnerinnen und Einwohner ab 16 Jahren über die Olympia-Pläne ab. Schulen bleiben ein zentraler Streitpunkt, da die Lehrmaterialien für ihre einseitige Darstellung kritisiert werden. Das Ergebnis der Volksabstimmung wird zeigen, ob Hamburg seine Bewerbung um die Spiele fortsetzt.

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