Hanau gedenkt 81 Jahre nach der Deportation von 39 Sinti nach Auschwitz
Greta WernerHanau gedenkt 81 Jahre nach der Deportation von 39 Sinti nach Auschwitz
Am 23. März 1943 wurden 39 Sinti aus Hanau und der Umgebung gewaltsam nach Auschwitz deportiert. Die meisten der Verschleppten kamen im Vernichtungslager ums Leben. 81 Jahre später würdigt die Stadt ihr Gedenken mit einer feierlichen Zeremonie.
Die Deportation war Teil einer umfassenden NS-Kampagne gegen Sinti und Roma in ganz Europa. Zwischen 1941 und Anfang 1945 wurden schätzungsweise 500.000 Menschen in den besetzten Gebieten und verbündeten Staaten ermordet. Exakte Zahlen bleiben unklar, da Aufzeichnungen – insbesondere aus der Sowjetunion, Polen und Südosteuropa – unvollständig sind. Allein in Auschwitz-Birkenau verloren etwa 15.000 Sinti und Roma ihr Leben.
Zum Gedenken an den Jahrestag findet in Hanau am 23. März um 16:30 Uhr eine stille Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung statt. Die Feierlichkeit wird an der Gedenktafel vor dem Neustadt-Rathaus stattfinden. Oberbürgermeister Claus Kaminsky betonte die Bedeutung, das Leid der Opfer zu erinnern und sich heute gegen Vorurteile und Diskriminierung zu stellen.
Die Zeremonie dient als Mahnung an die Gräueltaten, denen Sinti und Roma während der Zeit des Nationalsozialismus ausgesetzt waren. Mit der Gedenkveranstaltung stellt Hanau sicher, dass die 39 Deportierten – und die eine halbe Million Opfer in ganz Europa – nicht in Vergessenheit geraten. Die Verantwortlichen der Stadt rufen weiterhin zu Wachsamkeit gegen Hass und Ausgrenzung auf.