Hannovers Hauptbahnhof scheitert an zwei Milliarden Euro Finanzierungslücke – während Spritsubventionen fließen
Julian HerrmannHannovers Hauptbahnhof scheitert an zwei Milliarden Euro Finanzierungslücke – während Spritsubventionen fließen
Hannovers Hauptbahnhof bleibt ein kritischer Flaschenhals für den Schienenverkehr in Norddeutschland. Die Deutsche Bahn bezeichnet den Knotenpunkt als „Schlüsselfaktor“ für den Deutschlandtakt, doch die Ausbaupläne scheitern an einer Finanzierungslücke von zwei Milliarden Euro. Gleichzeitig gibt die Bundesregierung weiterhin Milliarden für Subventionen für Kraftstoffe aus – statt in die Schieneninfrastruktur zu investieren.
Das Bundesverkehrsministerium hat bestätigt, dass im Haushalt 2027 keine Mittel für den Ausbau des Hannoverschen Hauptbahnhofs vorgesehen sind. Die fehlenden zwei Milliarden Euro lassen die Zukunft des Projekts ungewiss – obwohl der Bahnhof für die überregionalen Zugverbindungen von zentraler Bedeutung ist.
Auch anderswo hinkt die Modernisierung hinterher: Die kürzlich aufgewertete Strecke Berlin–Hamburg verfügt noch immer nicht über das moderne digitale Zugsicherungssystem ETCS – ein weiteres Zeichen für die anhaltende Unterfinanzierung der Bahntechnologie.
Ganz anders die Situation bei den Spritsubventionen: Die 2022 eingeführte Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe hat die Steuerzahler bereits über drei Milliarden Euro gekostet. Für dieses Jahr werden weitere 1,6 Milliarden Euro veranschlagt. Gleichzeitig verbuchte die Mineralölindustrie dank des Iran-Konflikts Zufallsgewinne in Höhe von 2,4 Milliarden Euro.
Der Bundestag lehnte kürzlich zwei Antrag der Opposition auf eine Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne ab. Kritiker monieren, das Geld hätte sinnvoller in den Schienenausbau oder die Senkung der Strompreise fließen können.
Ohne zusätzliche Mittel bleibt der Ausbau des Hannoverschen Hauptbahnhofs auf unbestimmte Zeit blockiert. Die Priorisierung von Spritsubventionen hat Milliarden von dringend benötigten Bahnprojekten abgezogen. Solange sich an der Politik nichts ändert, könnten wichtige Verkehrsprojekte weiter auf der Strecke bleiben.
