Hessen revolutioniert digitale Verwaltung mit anonymen Daten-Tools für Bürgerfeedback
Julian HerrmannHessen revolutioniert digitale Verwaltung mit anonymen Daten-Tools für Bürgerfeedback
Hessen hat sein digitales Verwaltungsangebot um zwei neue Werkzeuge erweitert: eGovSAD und GoDonu. Beide sollen die Interaktion der Bürger mit kommunalen Behörden im Internet verbessern. Die Systeme ermöglichen es Städten, die Nutzung von Dienstleistungen zu verfolgen, Daten auszutauschen und anonymes Feedback zu sammeln – ganz ohne Speicherung persönlicher Informationen. Finanziert vom Hessischen Ministerium, repräsentieren die Projekte eine Investition von 1,8 Millionen Euro zur Modernisierung der digitalen Verwaltung in der gesamten Region.
Das System eGovSAD fungiert als Steuerungsinstrument zur Bewertung digitaler öffentlicher Dienstleistungen und überwacht, wie Nutzer sich auf den Plattformen bewegen. Es zeichnet zentrale Aktionen auf, etwa wenn ein Antragsverfahren vorzeitig abgebrochen wird, und hilft Kommunen so, Nutzungsprobleme zu erkennen und zu beheben. Marburg bietet beispielsweise bereits über 100 digitale Services an – von der Beantragung von Geburtsurkunden bis zur Terminbuchung im Bürgeramt –, die alle über das Online-Portal abrufbar sind.
Die Plattform GoDonu baut auf eGovSAD auf und ermöglicht Städten, Nutzungsdaten zu vergleichen und voneinander zu lernen. Zudem enthält sie eine Feedback-Funktion, über die Bürger Probleme melden oder Verbesserungsvorschläge einreichen können. Sämtliche Daten bleiben vollständig anonymisiert, sodass keine persönlichen Informationen in den Systemen gespeichert werden.
Über Hessen hinaus hat sich das eGovSAD-Tool bis Anfang 2026 in weiteren Bundesländern verbreitet. Baden-Württemberg setzt es vor allem in der Wirtschaftsverwaltung ein, während Rheinland-Pfalz den Fokus auf sicheren Datenaustausch legt und die Einführung für Bürger langsamer vorantreibt. Hamburg verknüpft das System mit lokalen Apps, um städtische Dienstleistungen zu beschleunigen – allerdings mit weniger Einheitlichkeit als Hessens landesweiter Ansatz. Unterdessen haben Marburg und acht weitere hessische Kommunen – darunter Frankfurt, Kassel und der Rheingau-Taunus-Kreis – eGovSAD um GoDonu erweitert, um tiefere vergleichende Analysen durchzuführen.
Das Hessische Ministerium hat zugesagt, die Betriebskosten beider Projekte bis 2029 zu tragen. Zudem lassen sich zentrale Daten aus GoDonu in öffentliche Dashboards überführen, die Trends bei der Nutzung digitaler Dienstleistungen für Bürger und Behörden transparent machen.
Die neuen Systeme liefern Städten präzisere Einblicke in die Nutzung digitaler Angebote, während Bürger eine direkte Möglichkeit erhalten, Verbesserungen mitzugestalten. Mit gesicherter Finanzierung bis 2029 werden die Tools die digitale Verwaltung in Hessen und darüber hinaus weiterhin unterstützen. Die Ausweitung auf andere Bundesländer unterstreicht die wachsende Nachfrage nach datenbasierten Ansätzen in der öffentlichen Dienstleistungserbringung.
eGovSAD mit renommiertem DIGITAL-Preis ausgezeichnet
Die eGovSAD-Plattform wurde in der Kategorie 'Landkreise, Ministerien und sonstige Behörden' durch eine öffentliche Abstimmung mit dem DIGITAL-Preis ausgezeichnet. Diese Anerkennung durch Digitale Kommune@Hessen betont den Erfolg des Projekts bei der Verbesserung digitaler öffentlicher Dienstleistungen. Der Preis unterstreicht die wachsende Branchenvalidierung für Hessens datengetriebene Governance-Tools.