12 April 2026, 02:05

Hessen und Pharmagroßhandel fordern faire Rahmenbedingungen für Apotheken in der Krise

Blauer Hintergrund mit weißer Schrift und Logo mit der Aufschrift "19 Millionen Amerikaner werden geschätzte 400 Dollar pro Jahr an Arzneimittelkosten sparen".

Hessen und Pharmagroßhandel fordern faire Rahmenbedingungen für Apotheken in der Krise

Spitzentreffen im Noweda-Verteilzentrum: Hessens Gesundheitsministerium und Pharmagroßhandel diskutieren Krisenlösungen

In der Noweda-Verteilzentrale fand ein hochrangiges Gespräch statt, um die wachsenden Sorgen im deutschen Apothekensektor zu thematisieren. Staatssekretärin Dr. Sonja Optendrenk vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration traf sich mit Noweda-CEO Dr. Michael Kuck, um über die finanziellen Belastungen von Apotheken und Großhändlern zu beraten. Beide Seiten betonten die Dringlichkeit fairer Rahmenbedingungen, um die lokale Gesundheitsversorgung zu sichern.

Im Mittelpunkt der Gespräche standen die wirtschaftlichen Herausforderungen der Apotheken, insbesondere durch das aktuelle Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG). Optendrenk unterstrich, dass stabile Finanzierung entscheidend sei, um Apotheken – vor allem in ländlichen Regionen, wo sie oft erste Anlaufstelle für medizinische Beratung sind – offenhalten zu können. Eine verlässliche Vergütung, einschließlich höherer Festbeträge, sei notwendig, damit Apotheken ihre Beratungsfunktion und Arzneimittelsicherheit weiterhin gewährleisten könnten.

Kuck pflichtete dieser Einschätzung bei und verwies auf die vielfältigen Leistungen der Apotheken über die bloße Medikamentenabgabe hinaus. Impfungen, Diagnostik und die Versorgung mit Hilfsmitteln stellten einen erheblichen Mehrwert für Patient:innen dar und stärkten die Rolle der Apotheken als Säule der lokalen Gesundheitsversorgung. Zudem forderte er ein Ende der Ungleichbehandlung zwischen Apotheken und pharmazeutischen Großhändlern. Die aktuelle Schieflage gefährde den Zugang zu medizinischer Versorgung vor Ort.

Hessen hat sich bereits gegen die Pläne der Bundesregierung positioniert: Im Bundesrat lehnte das Land das Modell einer "Apotheke ohne Apotheker:in" ab und setzte sich für bessere Vergütungsmodelle ein. Optendrenk und Kuck waren sich einig, dass schnelle Maßnahmen nötig seien, um die finanzielle Belastung zu mindern und faire wirtschaftliche Bedingungen für die Branche zu schaffen.

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Das Treffen unterstrich den Handlungsbedarf auf politischer Ebene, um Apotheken bundesweit zu stärken. Hessens Widerstand gegen das ApoVWG und die Forderung nach höheren Festbeträgen spiegeln die übergreifenden Bedenken um die Zukunft der lokalen Gesundheitsversorgung wider. Ohne gerechtere Vergütung und Wettbewerbsregeln könnte es für viele Apotheken – besonders in unterversorgten Regionen – zunehmend schwierig werden, wirtschaftlich zu überleben.

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