Karin Kneissl: Vom Außenministerium zur prorussischen Influencerin auf Berlin 24/7
Paul SimonKarin Kneissl: Vom Außenministerium zur prorussischen Influencerin auf Berlin 24/7
Karin Kneissl, ehemalige österreichische Außenministerin, ist zu einer regelmäßigen Stimme beim prorussischen Medium Berlin 24/7 geworden. Ihre Interviews auf der Plattform werden in sozialen Netzwerken weit verbreitet – oft ohne Faktencheck oder kritische Prüfung. Kritiker werfen ihr vor, mit ihren Auftritten zur Verbreitung von Fehlinformationen im Internet beizutragen.
Kneissl ist seit langem eine polarisierende Figur. Einst von H.C. Strache als „der neue Kreisky der österreichischen Außenpolitik“ gefeiert, sorgt sie heute mit ihren umstrittenen Ansichten für Aufsehen. So bezeichnete sie Hitler etwa als „Hochstapler“ und „meisterhaften Schauspieler“ – Aussagen, die heftige Debatten auslösten.
Ihr Werdegang ist ebenso ungewöhnlich wie ihre Meinungen. Kneissl gibt an, sieben Sprachen zu beherrschen, und ihre Biografie ist geprägt von kühnen Behauptungen. Als bekannte Sympathisantin Wladimir Putins übernimmt sie Rollen, die sich in prorussische Erzählungen einfügen.
Das Medium Berlin 24/7 verbreitet ihre Aussagen, gibt jedoch keine Auskunft darüber, wer sie tatsächlich rezipiert. Diese mangelnde Transparenz verstärkt die Bedenken hinsichtlich der Plattform als Verbreiter ungeprüfter Inhalte.
Kneissls Wandel von der österreichischen Diplomatie hin zu prorussischen Medien verdeutlicht, wie das Internet umstrittenen Persönlichkeiten eine Bühne bietet. Ihre unkritisch geführten Interviews in sozialen Medien und auf Berlin 24/7 erreichen weiterhin ein breites Publikum. Die fehlende Offenlegung über ihre Anhänger wirft zusätzliche Fragen zur Verantwortung auf.
