Krankenkassen-Chefs kassieren Rekordgehälter – während Versicherte bluten müssen
Paul SimonKrankenkassen-Chefs kassieren Rekordgehälter – während Versicherte bluten müssen
Gehaltsexplosion bei Führungskräften der gesetzlichen Krankenkassen – während Beitragszahler immer mehr zahlen müssen
In den vergangenen Jahren sind die Gehälter von Spitzenmanagern bei den gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland stark gestiegen. Während die Versicherten mit steigenden Beiträgen belastet werden, profitieren die Führungskräfte von deutlichen Gehaltserhöhungen und Boni. Dieser Trend zeigt sich, obwohl die Kassen gleichzeitig im gesamten Gesundheitssektor Einsparungen durchsetzen.
Zwischen 2015 und 2026 hat sich der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz der gesetzlichen Krankenkassen fast verdreifacht – von 0,9 auf 2,9 Prozent. Jahrelang lag der Satz stabil bei 0,9 bis 1,1 Prozent, doch ab 2020 stieg er stark an. Treiber waren die hohen Pandemie-Kosten, teure Medikamente, die alternde Bevölkerung und die Krankenhausreformen.
Gleichzeitig kletterten die Gehälter der Vorstände in beträchtlichem Ausmaß. Peter Kaetsch, Chef der BIG direkt gesund, erhielt eine Erhöhung von 28.750 Euro, sein Stellvertreter Markus Bäumler bekam 24.050 Euro mehr. Bei der Handelskrankenkasse (HKK) stieg das Gehalt von Vorstandschef Michael Lempe um 21.419 Euro – auf insgesamt 287.104 Euro.
Auch andere Kassen zogen nach: Die AOK Hessen zahlte ihren drei Top-Managern zusammen 159.767 Euro an Boni. Die AOK Niedersachsen gewährte ihren drei Führungskräften Prämien zwischen 38.381 und 62.576 Euro. Dirk Harrer, der neue Vorstandsvorsitzende der BKK Firmus, verdient 31.424 Euro mehr als sein Vorgänger.
Bei der Bahn-BKK stieg das Gehalt von Christine Enenkel 2024 von 178.750 auf 195.000 Euro – inklusive eines Bonus von 44.688 Euro. Gordana Maršić, Chefin der AOK Baden-Württemberg, erhielt eine Gehaltserhöhung von 185.000 auf 206.000 Euro sowie einen Bonus von 6.938 Euro. Auch der Vorstand der Siemens-BKK kassierte 47.880 Euro extra.
Die mit Abstand höchste Vergütung erhielt Dr. Carola Reimann, Vorstandsvorsitzende des AOK-Bundesverbandes: 319.400 Euro Grundgehalt plus 121.241 Euro für ihre Altersvorsorge.
Die kräftigen Gehaltssteigerungen für Krankenkassen-Vorstände stehen im scharfen Kontrast zur finanziellen Belastung der Versicherten. Während die Kassen die Beiträge immer weiter erhöhen, verlangen sie gleichzeitig drastische Einsparungen von Krankenhäusern, Ärzten und anderen Leistungserbringern. Öffentlich zugängliche Daten, die einen direkten Zusammenhang zwischen den Beitragserhöhungen einzelner Kassen und den Gehaltssteigerungen ihrer Führungskräfte belegen, gibt es jedoch nicht.






