Kreis Offenbach kämpft um Tourismus-Comeback trotz sinkender Übernachtungszahlen
Julian HerrmannKreis Offenbach kämpft um Tourismus-Comeback trotz sinkender Übernachtungszahlen
Der Kreis Offenbach bleibt attraktiv für Besucher – Übernachtungszahlen aber noch unter Vorkrisenniveau
Obwohl der Kreis Offenbach weiterhin Besucher anzieht, liegen die Übernachtungszahlen weiterhin unter dem Stand vor der Pandemie. Zwar erholt sich der Tourismus allmählich, doch die hiesige Gastgewerbebranche steht 2024 vor neuen Herausforderungen. Eine geplante Mehrwertsteuererhöhung und anhaltende Kostendruck belasten die lokalen Unternehmen.
Vor der Pandemie galt der Kreis Offenbach als beliebtes Ziel für Touristen und Geschäftsreisende. Im ersten Halbjahr 2019 verzeichneten über 110 Beherbergungsbetriebe rund 935.000 Übernachtungen. Die Attraktivität der Region gründet sich auf ihre zentrale Lage im Rhein-Main-Gebiet, die sowohl inländische als auch internationale Gäste anlockt.
Bis zum ersten Halbjahr 2023 stiegen die Zahlen auf etwa 430.000 Übernachtungen in knapp 100 Hotels, Pensionen und Campingplätzen. Dies stellt zwar eine Verbesserung gegenüber 2022 dar, bleibt aber hinter den Werten von vor 2020 zurück. Das offizielle Beherbergungsverzeichnis des Kreises listet zahlreiche Unterkunftsmöglichkeiten auf und unterstreicht damit seine Bedeutung als wichtiger Reiseziel.
Doch die Branche kämpft mit multiplen Belastungen. Pandemiebedingte Einschränkungen, stark gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise sowie Personalmangel setzen die Betriebe unter Druck. Zwar wuchs die Zahl der Beschäftigten im Gastgewerbe von 4.877 im Jahr 2013 auf 5.390 im Jahr 2020, doch die steigenden Kosten gefährden nun die Stabilität. Eine bevorstehende Mehrwertsteuererhöhung – von 7 auf 19 Prozent im Jahr 2024 – lässt viele Gastronomen um ihre Existenz fürchten.
Geschäftsreisen, Tagungen und Kongresse bleiben für die lokale Wirtschaft von zentraler Bedeutung. Ohne sie könnte sich die Erholung des Kreises weiter verlangsamen.
Der Kreis Offenbach bleibt zwar ein bevorzugtes Reiseziel, doch die Zukunft des Gastgewerbes ist ungewiss. Steigende Kosten und die anstehende Mehrwertsteuererhöhung könnten die seit 2022 erzielten Fortschritte zunichtemachen. Vorerst setzt die Branche auf ihre strategisch günstige Lage und den Geschäftstourismus, um das Wachstum aufrechtzuerhalten.