02 April 2026, 08:05

Lindner will FDP radikal auf wirtschaftliche Freiheit ausrichten – und riskiert Machtkampf

Plakat mit fetter schwarzer Schrift auf einem weißen Hintergrund, eingerahmt von einem schmalen schwarzen Rand, das 'Maganomics: Ein Wirtschaftsplan, der drei Dinge tut: Senkt Steuern noch stärker für Reiche und große Unternehmen.'

Lindner will FDP radikal auf wirtschaftliche Freiheit ausrichten – und riskiert Machtkampf

FDP-Chef Christian Lindner hat eine neue Ausrichtung für seine Partei vorgestellt und will deren Fokus auf wirtschaftliche Freiheit verschärfen. In einem Manifest mit dem Titel "Die FDP muss sich entscheiden" fordert er ein Ende des bisherigen "Sowohl-als-auch"-Ansatzes und räumt Versäumnisse in der Vergangenheit bei der Kommunikation ein.

Im Mittelpunkt von Lindners Plan steht die Bewertung jedes politischen Themas unter dem Gesichtspunkt der wirtschaftlichen Freiheit – nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Einzelpersonen. Er hat eigene Führungsdefizite eingeräumt und verspricht, künftig klarere Botschaften zu vermitteln. Sein erneuter Vorstoß erfolgt vor dem Parteitag im Mai, auf dem er seine Wiederwahl als Parteivorsitzender anstrebt.

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Unter Lindners Führung hat die FDP zudem ihre Haltung in der Migrationspolitik verschärft und sich damit den Forderungen von CDU und AfD nach strengeren Regelungen angenähert. Diese Kehrtwende folgt auf Konflikte um die Schuldenregeln und das Asylrecht sowie auf steigende Migrationszahlen – allein 2024 wurden 213.500 Asylanträge registriert. Die Veränderung markiert einen Bruch mit der früheren, liberaleren Position der Partei, die unter anderem durch die Regierungskrise 2025 geprägt wurde.

Das Manifest argumentiert, dass die FDP die prägenden Fragen ihrer Zeit angehen müsse, um relevant zu bleiben. Doch Lindner sieht sich zunehmend mit Widerstand in den eigenen Reihen konfrontiert. Der FDP-Vize Henning Höne hat bereits angekündigt, gegen ihn um den Parteivorsitz kandidieren zu wollen, und bereitet damit den Weg für einen Machtkampf im Mai vor.

Lindners Strategie zielt darauf ab, die FDP als Partei mit klaren wirtschaftsliberalen Prinzipien neu zu definieren – weg von ihrem bisherigen, weniger fokussierten Ansatz. Die anstehende Abstimmung über den Parteivorsitz wird zeigen, ob seine Vision auf breite Unterstützung stößt oder ob innerparteiliche Konflikte die Zukunft der FDP prägen werden.

Quelle