Linnemann nennt EU-Gehaltsrichtlinie einen "Bürokratie-Tsunami" für Unternehmen
Paul SimonLinnemann nennt EU-Gehaltsrichtlinie einen "Bürokratie-Tsunami" für Unternehmen
CDU-Politiker Carsten Linnemann hat die EU-Richtlinie zur Gehaltstransparenz als überzogene Regulierung kritisiert. Seiner Ansicht nach würden die neuen Vorschriften Unternehmen mit bürokratischem Aufwand überfluten, ohne spürbaren Nutzen zu bringen. Seine Äußerungen unterstreichen die Sorgen über die wachsende Belastung durch Bürokratie für europäische Firmen.
Die Richtlinie verpflichtet Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten, regelmäßig Gehaltsberichte vorzulegen. Doch auch kleinere Betriebe – selbst solche mit nur acht Mitarbeitern – müssten Anforderungen erfüllen, etwa individuelle Anfragen zu Gehältern beantworten oder Unterschiede bei Leistungen wie Reisekostenzuschüssen und Boni begründen. Linnemann bezeichnete dies als einen „Bürokratie-Tsunami“, der Firmen zwingen werde, Vergütungen weitaus detaillierter zu erfassen und zu dokumentieren.
Deutschland verfügt bereits über Gesetze, die gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit sicherstellen. Linnemann argumentiert, der EU-Vorschlag bringe keine wesentliche Verbesserung, sondern häufte lediglich unnötige Verwaltungsaufgaben an. Als Beispiel nannte er einen Bäcker mit acht Angestellten, der künftig Zusatzleistungen wie Firmenfahrräder oder Prämien vergleichen müsste.
Linnemann verband die Kritik an der Richtlinie mit grundsätzlichen Bedenken gegenüber europäischer Überregulierung. Unter Bezug auf den Draghi-Bericht zur Wettbewerbsfähigkeit forderte er, den Fokus stattdessen auf Wachstum und Wertschöpfung zu lenken – statt den bürokratischen Apparat weiter auszubauen.
Die Richtlinie würde Unternehmen jeder Größe betreffen und ihre Meldepflichten erhöhen. Kritiker warnen, der zusätzliche Aufwand könnte die Produktivität hemmen, ohne Lohngerechtigkeit wirksamer zu fördern. Linnemanns Aussagen spiegeln eine breitere Skepsis gegenüber dem regulatorischen Ansatz der EU wider.






