Logistikbranche in der Krise: Warum 2025 noch härter wird als erwartet
Philipp HuberLogistikbranche in der Krise: Warum 2025 noch härter wird als erwartet
Transport- und Logistikbranche steht unter wachsendem Finanzdruck
Die Transport- und Logistikbranche kämpft mit steigenden Kosten und sinkenden Wachstumsprognosen. In Deutschland nehmen Insolvenzen unter Logistikunternehmen zu, während Branchenexperten vor einer Verschärfung der Lage für kleinere Betriebe warnen. Die Aussichten für 2025 deuten auf eine weitere Schrumpfung hin – sofern die zentralen Herausforderungen nicht angegangen werden.
Im Jahr 2024 meldeten 469 Logistikfirmen in Deutschland Insolvenz an – ein Anstieg um 5,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Viele Unternehmen haben mit hohen Vorabkosten für Kraftstoff zu kämpfen, während Kunden Rechnungen oft erst nach 60 Tagen begleichen. Geringe Gewinnspannen und explodierende Dieselpreise setzen vor allem kleinere Speditionen unter Druck.
Die wirtschaftliche Lage der deutschen Transport- und Logistikbetriebe verschlechtert sich zusehends. Der Kreditversicherer Atradius schätzt, dass mittlerweile jedes vierte kleine und mittlere Unternehmen finanziell gefährdet ist. Die bisherigen Unterstützungsmaßnahmen der Bundesregierung gelten als unzureichend, um die Belastungen der Branche abzufedern.
Weltweit wird das Wachstum im Transport- und Logistiksektor 2025 voraussichtlich auf 2,4 Prozent zurückgehen – weniger als bisher prognostiziert. Sollten sich die Störungen in der Straße von Hormus über sechs Monate hinziehen, könnte das Wachstum sogar vollständig zum Erliegen kommen. Gleichzeitig könnten die Lebensmittelpreise kurzfristig um bis zu zehn Prozent steigen, bedingt durch höhere Energiekosten.
Für Deutschlands Transport- und Logistikbranche wird 2025 ein Rückgang um 2,1 Prozent erwartet – ein Zeichen für die generellen Schwierigkeiten der Branche.
Die Kombination aus verzögerten Zahlungseingängen, drastischen Kraftstoffpreiserhöhungen und schwachen Gewinnmargen belastet die Logistikunternehmen weiterhin stark. Ohne gezieltere Hilfsmaßnahmen oder eine Besserung der Marktbedingungen drohen weitere Insolvenzen und ein anhaltender Wachstumsrückgang. Die Folgen – darunter steigende Lebensmittelpreise – könnten Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen treffen.






