Mainz wird grün: Wie die Stadt mit Farbe gegen Tristesse kämpft
Mainz startet ehrgeizigen Plan: Die Stadt wird grün – im wahrsten Sinne des Wortes
Bis Ende des Jahres sollen Tausende Gebäude in Mainz in verschiedenen Grüntönen neu gestrichen werden. Hinter dem Vorhaben steht ein EU-Förderprogramm im Wert von mehreren hundert Millionen Euro. Der Schritt folgt auf frühere, ins Stocken geratene Bemühungen, die Stadt umweltfreundlicher zu gestalten – etwa durch den Rückbau von Betonflächen.
Von der Umgestaltung betroffen sind unter anderem Gebäude rund um den Marktplatz, das Neustadtviertel und das Staatstheater. Auch der Leichhof-Friedhof wird in das Projekt einbezogen, während noch unklar ist, ob der Mainzer Dom folgen wird. Die Gesamtkosten für die Neugestaltung der Fassaden werden auf rund 10 Millionen Euro geschätzt.
Künftig müssen Neubauten in der Stadt zudem grüne Fassaden aufweisen – ein deutlicher Wandel in der städtischen Architektur. Doch der Trend zu mehr Grün beschränkt sich nicht auf Gebäude: Die örtliche Polizei kehrt zu grünen Uniformen zurück, und sogar der Fußballverein 1. FSV Mainz 05 wird künftig in grünen Trikots auflaufen.
Anstoß für den Plan war Kritik an jüngsten Bauprojekten wie dem Universitätsvorplatz und dem Zollhafen-Gelände, die nach ihren Umgestaltungen als trist wahrgenommen wurden. Frühere Vorschläge, Beton zu reduzieren und stattdessen mehr Begrünung zu schaffen, waren kaum vorangekommen – nun setzt die Stadt auf eine optische Lösung.
Die Umsetzung beginnt in den kommenden Monaten, die ersten Gebäude sollen noch in diesem Jahr neu gestrichen werden. Ein Großteil der Kosten wird durch EU-Zuschüsse gedeckt, doch die Stadt investiert zusätzlich Millionen aus eigenem Haushalt. Bei Erfolg könnte das Projekt ähnliche Initiativen in anderen deutschen Städten anregen.






