Medikamentenmangel 2025: Warum Apotheken weiterhin um lebenswichtige Arzneimittel kämpfen
Paul SimonMedikamentenmangel 2025: Warum Apotheken weiterhin um lebenswichtige Arzneimittel kämpfen
Arzneimittelknappheit bleibt ein hartnäckiges Problem in deutschen Apotheken
Auch im Jahr 2025 gibt es kaum Verbesserungen bei den anhaltenden Lieferengpässen – trotz früherer Reformen. Ein neuer Bericht verzeichnet 1.514 Versorgungsengpässe bei 1.041 verschiedenen Medikamenten, was Patienten und medizinisches Personal weiterhin vor große Herausforderungen stellt, lebenswichtige Behandlungen zu erhalten.
Die aktuellen Zahlen zeigen flächendeckende Störungen in zentralen Arzneimittelkategorien. Am stärksten betroffen sind Antipsychotika mit 173 gemeldeten Engpässen bei 151 unterschiedlichen Präparaten – jeder davon dauerte im Schnitt 230 Tage. Es folgen Antidepressiva mit 130 Lieferproblemen bei 126 Produkten und einer durchschnittlichen Knappheitsdauer von 107 Tagen. Bei Antibiotika gab es 85 Engpassfälle bei 78 Medikamenten, die jeweils etwa 122 Tage anhielten. Auch Lipidsenker waren stark betroffen: 89 Versorgungslücken bei 80 Präparaten mit einer durchschnittlichen Dauer von 156 Tagen.
Die Krise setzt die Probleme der Vorjahre fort. 2024 waren rund zwei Millionen Patienten von Engpässen bei Antibiotika und Lipidsenkern betroffen. Weitere eine Million war auf Antipsychotika und Antidepressiva angewiesen – beides Medikamente, die weiterhin knapp blieben. Trotz des Lieferengpassgesetzes von 2023 bestätigen Krankenkassen, dass es keine nennenswerten strukturellen Fortschritte gegeben hat.
Fachleute fordern nun entschlossenere Maßnahmen. Dr. Dominik von Stillfried schlägt ein Frühwarnsystem vor, um Produktionsausfälle in Asien frühzeitig zu erkennen – dort, wo viele pharmazeutische Wirkstoffe hergestellt werden. Ziel ist es, langanhaltende Lieferlücken zu verhindern, bevor sie die deutschen Apotheken erreichen.
Die anhaltende Knappheit zwingt Patienten und Ärzte weiterhin, sich mit unzuverlässiger Verfügbarkeit lebenswichtiger Medikamente zu arrangieren. Da schnelle Lösungen nicht in Sicht sind, bleibt die Hoffnung, dass neue Systeme – wie etwa Frühwarnmechanismen für Produktionsstörungen – die Belastung für die deutsche Arzneimittelversorgung lindern können.






