Mönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Kollaps mit Rekordzahlen und kluger Strategie
Julian HerrmannMönchengladbach trotzt dem Wohnungsbau-Kollaps mit Rekordzahlen und kluger Strategie
Mönchengladbach stemmt sich erfolgreich gegen den bundesweiten Einbruch im Wohnungsbau und verzeichnet einen deutlichen Anstieg neuer Wohnungen, während der Rest Deutschlands mit Rückgängen kämpft. 2025 genehmigte die Stadt 73,6 Prozent mehr Baugenehmigungen als im Vorjahr – ein Wert, der den Landesdurchschnitt bei Weitem übertrifft. Verantwortliche führen diesen Erfolg auf gezielte Maßnahmen und langfristige Planung zurück, die selbst unter schwierigen Marktbedingungen wirken.
In ganz Nordrhein-Westfalen sank die Zahl der fertiggestellten Wohnungen 2025 auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Nur 37.185 Wohneinheiten wurden fertiggestellt – ein Rückgang um 9,4 Prozent gegenüber 2024. Die Bauquote lag bei lediglich 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner. Steigende Kreditzinsen, explodierende Kosten und weniger Genehmigungen bremsen die Entwicklung in weiten Teilen des Landes aus.
Mönchengladbach hingegen verzeichnete fast eine Verdreifachung der Fertigstellungen: 758 Wohnungen wurden 2025 bezugsfertig – eine Quote von 28,4 pro 10.000 Einwohner. Damit belegt die Stadt Platz drei unter den kreisfreien Städten, hinter Köln und Münster. Die 2023 gestartete Wohnungsbauinitiative Mönchengladbach steuerte 43 Millionen Euro Eigenkapital bei und hebelte damit das Fünffache an Krediten und Fördermitteln.
Eine Schlüsselrolle spielt die städtische Wohnungsbaugesellschaft WohnBau Mönchengladbach, die rund 4.500 sozial gebundene Mietwohnungen verwaltet. Sie treibt neue Projekte voran, ohne die Bezahlbarkeit aus den Augen zu verlieren. Allein 2025 bewilligte die Stadt 43,2 Millionen Euro an Fördergeldern für 218 Wohneinheiten – fast so viel wie im Rekordjahr zuvor.
Oberbürgermeister Felix Heinrichs sieht in der kontinuierlichen Stadtentwicklung und strategischen Weichenstellungen die Grundlage für diesen Aufschwung. Das Programm „Wohnen für alle“ unterstützt die Bestrebungen zusätzlich, indem es bezahlbaren Wohnraum ausbaut, die Barrierefreiheit verbessert und innerstädtische Quartiere aufwertet.
Mönchengladbachs Wohnungsbauboom hebt sich damit deutlich vom bundesweiten Abwärtstrend ab. Mit einer Bauquote, die 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt liegt, zeigt die Stadt, wie gezielte Subventionen, kommunaler Wohnungsbau und langfristige Planung wirken. Angesichts steigender Fertigstellungen und sprudelnder Genehmigungen könnte das Modell auch für andere Regionen mit ähnlichen Herausforderungen richtungsweisend sein.






