27 March 2026, 08:04

Neues Telekommunikationsgesetz soll Glasfaserausbau in Deutschland revolutionieren

Nahaufnahme eines Faseroptikkabels mit blauen und weißen Lichtern auf schwarzem Hintergrund.

Neues Telekommunikationsgesetz soll Glasfaserausbau in Deutschland revolutionieren

Deutschland hat einen Entwurf zur Novellierung des Telekommunikationsgesetzes (TKG) vorgelegt, der den Ausbau von Glasfasernetzen beschleunigen soll. Der Entwurf für 2026 führt neue Regelungen ein, um Bürokratie abzubauen, den flächendeckenden Glasfaserausbau in Gebäuden zu erleichtern und strengere Fristen durchzusetzen. Befürworter sehen darin einen Schub für den Wettbewerb, während Kritiker vor wirtschaftlichen Risiken und rechtlichen Hürden warnen.

Der TKG-Entwurf enthält zwei zentrale Neuerungen: das Recht auf vollständige Glasfasererschließung von Gebäuden (§ 144) sowie die verpflichtende Drittanbieter-Nutzung bestehender Glasfasernetze (§ 22). Nach § 144 können Netzbetreiber, sobald sie Glasfaser bis zur Grundstücksgrenze verlegt haben, das gesamte Gebäude ohne weitere Hindernisse ausstatten. Zudem müssen Glasfaserprojekte innerhalb von zwei Jahren abgeschlossen werden – ein Anreiz für Unternehmen, ihre langfristigen Pläne zu beschleunigen.

Hessens Digitalministerin Kristina Sinemus unterstützt die Änderungen und argumentiert, dass externer Druck den Ausbau vorantreiben werde. Der Vorschlag steht im Einklang mit der EU-Gigabit-Infrastrukturverordnung und vereinfacht Genehmigungsverfahren, während bürokratische Hürden für den Innenausbau und den ländlichen Raum abgebaut werden.

Doch gibt es weiterhin Widerstand. Der Branchenverband BREKO warnt, dass staatlich regulierte Zugangspreise zu doppelten Glasfaserleitungen führen und Investitionen abschrecken könnten. Claus Wedemeyer, Chef des Wohnungswirtschaftsverbands GdW, mahnte, die Bundesnetzagentur (BNetzA) könnte unrealistische Gebühren festsetzen, was marktbeherrschende Anbieter begünstige. Sollten sich Unternehmen nicht auf gemeinsame Nutzungsbedingungen einigen, wird die BNetzA eingreifen und Preise sowie Zugangskriterien festlegen.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In der Öffentlichkeit und Wirtschaft stoßen die Liberalisierung der Telekommunikation weiterhin auf breite Zustimmung. Eine Umfrage ergab, dass 65 Prozent der Verbraucher und 69 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) die Marktreformen der 1990er-Jahre positiv bewerten. Beide Gruppen fordern nun einen schnelleren Glasfaserausbau und mehr Wettbewerb.

Mit dem TKG-Entwurf 2026 will Deutschland sein Glasfasernetz modernisieren, indem Verzögerungen reduziert und strengere Zeitvorgaben durchgesetzt werden. Bei Verabschiedung erhalten Betreiber erweiterte Ausbaurechte, müssen jedoch Drittanbietern Zugang gewähren. Allerdings könnten Bedenken hinsichtlich Investitionsrisiken und Streitigkeiten über regulierte Preise die finale Umsetzung prägen.

Quelle