Nouripour kritisiert Deutschlands passive Iran-Politik in der Hormus-Krise
Philipp HuberNouripour kritisiert Deutschlands passive Iran-Politik in der Hormus-Krise
Omid Nouripour, Vizepräsident des Bundestags und außenpolitischer Experte der Grünen, hat die aktuelle Iran-Politik Deutschlands scharf kritisiert. Er wirft der Bundesregierung vor, in eine passive Rolle gerutscht zu sein und es dem Iran zu überlassen, in der aktuellen Krise die Bedingungen zu diktieren. Seine Äußerungen fallen in eine Phase zunehmender Besorgnis über Angriffe auf zivile Schiffe in der Straße von Hormus.
Nouripour warf Außenminister Johann Wadephul vor, es an entschlossenem Handeln fehlen zu lassen. Der Iran gehe mittlerweile davon aus, die stärkere Position innezuhaben – gestärkt durch das Überdauern des Regimes und den wahrgenommenen Mangel an europäischem Widerstand.
Der Grünen-Politiker warnte zudem vor einer weiteren Zuspitzung der Aggression in der Straße von Hormus. Trotz wiederholter iranischer Angriffe auf zivile Frachtschiffe betonte er, dass es keinen offiziellen Waffenstillstand gebe, sondern lediglich eine brüchige Feuerpause. Er mahnte Deutschland und seine europäischen Partner, die Lage nicht als „Waffenstillstand“ zu bezeichnen, da dies die Vorstellung eines erneuten Konflikts normalisieren könnte.
Um dem wachsenden Selbstbewusstsein des Iran entgegenzuwirken, forderte Nouripour neue diplomatische Initiativen. Er schlug vor, dass europäische Staaten eigene Vorschläge in Verhandlungen einbringen sollten, statt abzuwarten, bis der Iran die Agenda bestimmt.
Nouripours Kritik unterstreicht die Schwierigkeiten Deutschlands, eine wirksame Iran-Politik zu gestalten. Seine Warnungen vor der Lage in der Straße von Hormus und sein Appell zu proaktiver Diplomatie deuten auf einen Druck hin, das europäische Engagement zu stärken. Die Debatte dreht sich nun darum, ob Deutschland von einer reaktiven Haltung zu einer gestaltenden Rolle im Umgang mit Teheran übergeht.






