Pistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – Bundeswehr setzt auf Freiwillige und Technologie
Paul SimonPistorius lehnt Rückkehr zur Wehrpflicht ab – Bundeswehr setzt auf Freiwillige und Technologie
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius hat die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht ausgeschlossen. Als Hauptgründe nannte er den Mangel an Ausbildern und die unzureichende Infrastruktur. Stattdessen wird die Bundesregierung in den kommenden Jahren weiterhin auf freiwillige Rekrutierung für die Streitkräfte setzen.
Pistorius bestätigte zudem, dass eine bedarfsgeregelte Auswahlmusterung derzeit nicht in Betracht gezogen wird. Die Bundeswehr befindet sich derzeit im Ausbau, und die Regierung beobachtet die Entwicklung genau. Er betonte die Bedeutung der Zusammenarbeit mit der Automobilindustrie, um die Rüstungsfähigkeiten zu stärken.
Ein neuer Runden Tisch soll die Zusammenarbeit zwischen den Sektoren fördern. Ziel ist es, sichere und widerstandsfähige Lieferketten aufzubauen. Die Koalition hat vereinbart, dass bei einem künftigen Überhang an offenen Stellen im Vergleich zu qualifizierten Bewerbern korrigierende Maßnahmen erforderlich sein könnten.
Aktuelle interne Prüfungen ergaben, dass die Gesamtkosten für das Fregatten-Projekt F126 mittlerweile 18 Milliarden Euro überschritten haben. Pistorius verwies darauf, dass moderne Militärstärke von fortschrittlicher Technologie und dem großflächigen Einsatz bezahlbarer Drohnen abhänge.
Das Verteidigungsministerium wird an seinem freiwilligen Rekrutierungsansatz festhalten. Kurzfristige Änderungen in der Wehrpflichtpolitik sind nicht zu erwarten. Der Fokus bleibt auf technologische Fortschritte und strategische Partnerschaften gerichtet, um Personal- und Fähigkeitslücken zu schließen.
