Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr
Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Das 44-Millionen-Euro-Projekt der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden (KMW) soll auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, entstehen. Kritiker argumentieren, dass das Vorhaben im Widerspruch zum Ziel der Stadt steht, bis 2035 klimaneutral zu werden.
Gegen das Kraftwerk wurden beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd), der für das Projekt zuständigen Behörde, zehn formelle Einsprüche eingereicht. Die Initiativen weisen darauf hin, dass im Antrag von KMW keine Erwähnung von Wasserstoff zu finden ist – trotz der Behauptung des Unternehmens, das Kraftwerk später umrüsten zu wollen. Zudem stellen sie infrage, warum keine neue Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wird, da die letzte Bewertung bereits im Jahr 2005 stattfand.
Eine für den 7. Mai geplante öffentliche Anhörung wurde abgesagt, nachdem die SGD Süd die Einsprüche als „hinreichend begründet und konkret“ eingestuft hatte. Das Bündnis fordert nun Gespräche mit der Behörde und KMW, um Alternativen zu prüfen. Als kostengünstigere und etablierte Lösung schlagen sie Batteriespeicher vor, deren Preise in den letzten Jahren stark gesunken seien.
Die Aktivisten warnen, dass das Kraftwerk die Region für Jahrzehnte an veraltete Gastechnologie binden könnte. Zwar betont KMW, Wasserstoff könne später eingeführt werden, doch bleibt Skepsis, ob ein solcher Umbau realistisch ist.
Im Mittelpunkt des Streits steht die Frage, ob das Projekt mit den Klimazielen von Mainz vereinbar ist. Da die Einsprüche bereits als berechtigt anerkannt wurden, könnten weitere Verhandlungen über die Zukunft des Kraftwerks entscheiden. Das Ergebnis wird zeigen, ob die Stadt am Gas festhält oder auf grünere Energielösungen setzt.






