Ricardo Araújo Pereira verschiebt Tournee – trotz scharfem Witz gegen Captchas und Politiker
Julian HerrmannRicardo Araújo Pereira verschiebt Tournee – trotz scharfem Witz gegen Captchas und Politiker
Der portugiesische Komiker Ricardo Araújo Pereira hat seine Solotournee verschoben – er begründet dies mit Unbehagen gegenüber Live-Auftritten. Sein aktuelles Stand-up-Programm „Verifying You’re Human“ nimmt Online-Verifizierungssysteme und die Absurditäten des modernen Lebens aufs Korn. Bekannt für seinen scharfen Witz, gerät er häufig mit Kritikern aneinander, die seine schonungslose Verspottung rechtsextremer Figuren anprangern.
Inspiriert wurde Araújo Pereiras neue Show von den nervigen Captcha-Tests, die Nutzer dazu auffordern, ihre Menschlichkeit zu beweisen. Er fragt sich, warum das Internet darauf besteht, nur Menschen einzulassen, wenn doch so viele Online-Inhalte alles andere als menschlich wirken. Der Komiker gibt offen zu, dass es ihm schwerfällt, Donald Trump zu karikieren – er nennt ihn einen „Clown“, dessen Übertriebenheit jede Parodie fast überflüssig mache.
Auf der Bühne kämpft er sich mit zusammengebissenen Zähnen durch die Auftritte, angetrieben von den Reaktionen des Publikums und nicht von politischen Absichten. Zwar zielen seine Witze häufig auf die rechtspopulistische Chega-Partei und deren Vorsitzenden André Ventura ab, doch betont er, kein Interesse daran zu haben, politische Entwicklungen zu beeinflussen. Sein Programm dreht sich stattdessen um selbstironische Abwertung – er inszeniert sich als mürrischen Versager, der mit dem Leben nicht zurechtkommt.
Trotz der Verzögerungen seiner Tour bleibt Araújo Pereira auf die Verbindung zu seinem Publikum fokussiert. Rückschläge oder mögliche Kontroversen schiebt er beiseite – für ihn zählt vor allem das Lachen im Saal, nicht die weiterreichenden Folgen seines Humors.
Auch wenn die Tournee pausiert, sorgt sein Material weiterhin für Diskussionen. Die aktuelle Show verbindet Frust über die digitale Kultur mit unverschämten Seitenhieben gegen Politiker. Für Araújo Pereira wiegt die direkte Reaktion des Publikums schwerer als jede gesellschaftliche Wirkung seiner Arbeit.






