Rossinis Die Reise nach Reims bezaubert mit spektakulärer Neuinszenierung und Gesangskunst
Philipp HuberRossinis Die Reise nach Reims bezaubert mit spektakulärer Neuinszenierung und Gesangskunst
Rossinis selten aufgeführte Opera buffaDie Reise nach Reims glänzt in einer atemberaubenden Neuinszenierung
Komponiert 1825 anlässlich der Krönung von König Karl X., erzählt das Werk von Gästen aus der High Society im Hotel Goldene Lilie, wo Intrigen gesponnen werden, Identitäten verschwimmen und die Liebe unerwartete Wendungen nimmt. Die Aufführung verlangt den 14 Sänger:innen nicht nur gesangliche Brillanz ab, sondern auch körperliche Beweglichkeit.
Die aufwendige Bühnengestaltung umfasst ein detailliertes Hotel-Setting des Bühnenbildners Rufus Didwiszus mit Foyer, Flur und Speisesaal. Auf der Bühne kommt die Handlung nie zur Ruhe – es werden Pistolen abgefeuert, eine Harfe durch die Gegend getragen, und an einer Stelle gerät sie sogar in Flammen. Victoria Behrs opulente Fantasie-Kostüme steigern das Spektakel und passen perfekt zur Energie der Darsteller:innen.
Cecilia Bartoli überzeugt als Corinna mit ihrer kristallklaren Stimme und einem atemberaubenden Feuerwerk an Koloraturen. Auch Marina Viotti als Gräfin Melibea und Mélissa Petit als Gräfin di Folleville stechen hervor. Selbst während der Arien meistern die Sänger:innen akrobatische Kunststücke mit erstaunlicher Präzision – jedes Detail ist sowohl visuell als auch vokal mitreißend.
Gianluca Capuano dirigiert Les Musiciens du Prince-Monaco durch Rossinis geniale Partitur, in der Pausen selten und stets bewusst gesetzt sind. Das unerbittliche Tempo hält das Publikum in Atem, während die Sänger:innen beeindruckende Ausdauer beweisen und die anspruchsvollen gesanglichen wie körperlichen Herausforderungen der Oper meistern.
Diese Inszenierung von Die Reise nach Reims vereint Rossinis lebendige Musik, energiegeladene Darbietungen und beeindruckende Optik. Die Mischung aus Akrobatik, Gesangskunst und opulenter Bühnengestaltung garantiert ein unvergessliches Erlebnis. Selten auf der Bühne zu sehen, erstrahlt die Oper nun in einer Produktion, die ihren Überschwang und Witz voll zur Geltung bringt.






