Schweitzer fordert Merz zum Handeln: Chemieindustrie in der Krise durch hohe Energiepreise
Julian HerrmannSchweitzer fordert mehr Engagement von Merz für chemischen Dialog - Schweitzer fordert Merz zum Handeln: Chemieindustrie in der Krise durch hohe Energiepreise
Rheinland-Pfalz' Ministerpräsident Alexander Schweitzer hat Bundeskanzler Friedrich Merz zu entschlossenerem Handeln aufgefordert, um die angeschlagene deutsche Chemieindustrie zu stärken. In einem scharf formulierten Schreiben kritisierte Schweitzer Verzögerungen bei der Umsetzung der Regierungsinitiative Chemie-Dialog und warnte, dass Untätigkeit Unternehmen und Pendler gleichermaßen schade.
Schweitzers Vorwürfe fallen in eine Phase stark gestiegener Sprit- und Strompreise in Deutschland, die seit Beginn der iranbedingten Lieferkettenstörungen verzeichnet werden. Gas kostet mittlerweile 11,10 Cent pro Kilowattstunde, während der CO₂-Preis 2026 auf 65 Euro pro Tonne geklettert ist. Besonders hart trifft es die Chemiebranche, die stärker auf Gas und Strom angewiesen ist als Industrien in anderen europäischen Ländern.
Der Ministerpräsident richtete seine Kritik auch an Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, der er vorwirft, zu langsam auf die explodierenden Spritkosten zu reagieren. Schweitzer betonte, Pendler und kleine Unternehmen hätten für das Zögern der Regierung bereits "einen unverschämten hohen Preis" gezahlt. Branchenvertreter unterstützten diese Einschätzung und verwiesen auf gestörte Lieferketten sowie stark gestiegene Rohstoffkosten im Baugewerbe und anderen Sektoren.
Schweitzers Frustration erstreckt sich zudem auf die ausbleibenden Fortschritte bei der Industrie-Strompreispolitik, obwohl hierfür innerhalb der Bundesregierung bereits seit Langem Konsens bestehe. Er warnte, dass das Koalitionsziel, Deutschland zum führenden Standort für Chemie, Pharmazie und Biotechnologie in Europa zu machen, ohne konsequentes Handeln gefährdet sei.
Der Appell an die Bundesregierung unterstreicht den wachsenden Druck, die steigenden Produktionskosten und die instabilen Lieferketten in den Griff zu bekommen. Ohne schnellere Lösungen drohe der deutschen Chemieindustrie ein weiterer Wettbewerbsnachteil im Vergleich zu ihren europäischen Nachbarn.






