Sieben Jahre Stagnation: Warum Deutschlands Wirtschaft am Abgrund steht
Julian HerrmannSieben Jahre Stagnation: Warum Deutschlands Wirtschaft am Abgrund steht
Die deutsche Wirtschaft zeigt seit 2019 kein Wachstum mehr – das sind sieben Jahre Stagnation in Folge. Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, fordert die Regierung nun auf, schnellstmöglich Reformen umzusetzen, bevor sich die Lage weiter verschärft.
Fuest wies jüngste Anzeichen einer Besserung, wie den leichten Anstieg des ifo Geschäftsklimaindex, als trügerisch zurück. Er betonte, das Land stecke nach wie vor in einer tiefen Wirtschaftskrise fest. Seine Warnungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die öffentlichen Finanzen unter zunehmendem Druck stehen. Die aktuelle Entwicklung bezeichnete Fuest als einen „Kurs auf die Katastrophe“.
Der Ökonom zog zudem Parallelen zu Italien, das sich von einem ähnlichen wirtschaftlichen Schock nie vollständig erholt habe. Ohne rasches Handeln drohe Deutschland ein ähnliches Schicksal. Fuest kritisierte die Wachstumsstrategie von Bundeskanzler Friedrich Merz und monierte, dass seit deren Vorstellung vor einem Jahr kaum Fortschritte erzielt worden seien.
Seine Bedenken decken sich mit Erkenntnissen des britischen Thinktanks Centre for European Reform, der Deutschland kürzlich als „Epizentrum des zweiten China-Schocks“ bezeichnete. Zu den Plänen von Volkswagen, in deutschen Werken elektrisch betriebene Autos chinesischer Entwicklung zu fertigen, äußerte Fuest, das Land solle bereits froh sein, wenn überhaupt noch Produktion im Land bleibe.
Fuest warnte, dass dieser Sommer die letzte realistische Chance für die Regierung sein könnte, substanzielle Reformen durchzusetzen. Ohne entschlossenes Handeln drohe sich die wirtschaftliche Misere Deutschlands in den kommenden Jahren weiter zu verschärfen.






