Spritpreise: Neue Regeln starten später – doch bringen sie wirklich Entlastung?
Philipp HuberSpritpreise: Neue Regeln starten später – doch bringen sie wirklich Entlastung?
Neue Regeln für Spritpreise an deutschen Tankstellen sollten eigentlich am Wochenende in Kraft treten – nun wurden sie auf Mittwoch verschoben. Die Linke kritisiert die Verzögerung als weiteres Beispiel für halbherzige Maßnahmen gegen die steigenden Kosten. Branchenexperten hingegen prognostizieren, dass die Änderungen zwar Preiskämpfe auslösen könnten, die jüngste Explosion der Spritpreise aber kaum bremsen werden.
Der Bundestag hatte die tägliche Preisauszeichnungspflicht für Kraftstoffe am 26. März 2026 beschlossen, mit dem Ziel, die Regelung noch vor Ostern umzusetzen. Künftig dürfen Tankstellen die Preise nur noch einmal täglich – mittags um 12 Uhr – erhöhen, Senkungen sind jedoch jederzeit möglich. Dennoch sind die Spritpreise im vergangenen Monat stark gestiegen: Superbenzin verteuerte sich um etwa 31 Cent pro Liter, Diesel sogar um 56,4 Cent seit dem 23. Februar. Die Entwicklungen entsprechen dem EU-weiten Trend, getrieben unter anderem durch Spannungen im Iran und höhere CO₂-Steuern von 55 bis 65 Euro pro Tonne.
Janine Wissler, wirtschaftspolitische Sprecherin der Linken, bezeichnete die Verzögerung als "Symbolpolitik". Zwar verbesserten die neuen Regeln die Transparenz, doch eine spürbare Entlastung für Verbraucher bleibe aus, so Wissler. Stattdessen forderte sie eine Übergewinnsteuer, um Krisengewinne der Mineralölkonzerne abzuschöpfen und das Geld an die Verbraucher zurückzugeben.
Eine andere Einschätzung vertrat Herbert Rabl vom Mineralölwirtschaftsverband (TIV), der die Regelungen begrüßte. Er erwartete nach der mittäglichen Preisfestsetzung einen "harten Wettbewerb", bei dem Tankstellen sich gegenseitig unterbieten würden. Gleichzeitig warnte er: Sollten die Preise ungewöhnlich hoch bleiben, könnte dies auf eine stille Absprache unter den Ölkonzernen hindeuten.
Die neuen Preisregeln treten nun erst am Mittwoch in Kraft – später als geplant. Tankstellen müssen ihre Preise einmal täglich um 12 Uhr mittags anpassen, Senkungen sind jedoch jederzeit möglich. Angesichts der bereits stark gestiegenen Spritkosten bleibt ungewiss, wie sehr Verbraucher tatsächlich entlastet werden.






