27 June 2026, 16:07

Streit um strengere Regeln für Schöffen: Wer darf noch richten?

Justizministerium erwägt strengere Regeln für Laienrichter

Streit um strengere Regeln für Schöffen: Wer darf noch richten?

Das Bundesjustizministerium plant eine Verschärfung des Überprüfungsverfahrens für Schöffenkandidat:innen. Die vorgeschlagenen Änderungen sollen sicherstellen, dass nur Personen, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung unterstützen, diese Ämter ausüben können. Opposition und Regierungsparteien reagieren mit unterschiedlichen Bewertungen auf die Maßnahmen.

Das Ministerium will das Deutsche Richtergesetz ändern, um die Auswahlkriterien zu stärken. Ein Vorschlag sieht vor, dass Bewerber:innen eine schriftliche Erklärung zu möglichen Ausschlussgründen unterzeichnen müssen. Dies würde einen formalen Schritt in das bestehende Verfahren einführen.

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Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, setzt sich für ein bundesweit einheitliches Prüfsystem ein. Er schlägt verbindliche Hintergrundüberprüfungen für alle Kandidat:innen vor, bei denen das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) routinemäßig eingebunden wird. Krings fordert zudem klare Regeln, um Schöff:innen während ihrer Amtszeit bei auftretenden Bedenken suspendieren oder abberufen zu können.

Die unionsgeführte CDU/CSU-Fraktion unterstützt diese Forderungen. Sie möchte, dass das BfV bereits vor der Auswahl der Kandidat:innen eine direkte Rolle bei der Bewertung übernimmt. Ziel ist es, Personen mit fragwürdigen Loyalitäten von vornherein auszuschließen.

Die rechtspopulistische AfD lehnt die Pläne ab. Ihr rechtspolitischer Sprecher, Tobias Matthias Peterka, hält die aktuellen Regelungen und die bestehende Überprüfung durch die Auswahlausschüsse für ausreichend. Er argumentiert, dass alle Richter:innen – ob ehremamtlich oder beruflich – bereits jetzt die demokratischen Grundsätze wahren müssten.

Die Vorschläge des Ministeriums würden strengere Kontrollen und formelle Erklärungen für Schöffenkandidat:innen einführen. Sollten die Änderungen umgesetzt werden, könnte sich die Besetzung dieser Ämter in ganz Deutschland verändern. Die Debatte zeigt die unterschiedlichen Auffassungen über das richtige Maß zwischen Sicherheit und bewährten Verfahren.

Quelle