Tankrabatt: Superbenzin günstiger – doch Dieselkunden gehen leer aus
Philipp HuberTankrabatt: Superbenzin günstiger – doch Dieselkunden gehen leer aus
Eine aktuelle Studie des ifo Instituts hat untersucht, wie sich der deutsche Tankrabatt auf die Spritpreise an den Zapfsäulen ausgewirkt hat. Die Analyse verglich die Kraftstoffkosten in Deutschland mit denen in Frankreich, um die Wirkung der Subvention zu messen. Die Ergebnisse zeigen: Die Steuerermäßigung wurde bei Superbenzin fast vollständig weitergegeben – bei Diesel jedoch nicht.
Laut ifo Institut entsprachen die Ersparnisse bei den Premiumkraftstoffen Super E5 und Super E10 nahezu exakt der Steuerentlastung. Autofahrer profitierten hier von Preissenkungen um 17 beziehungsweise 16 Cent pro Liter. Dies deutet darauf hin, dass der Rabatt bei diesen Sorten vollständig an die Verbraucher weitergereicht wurde.
Bei Diesel sah die Bilanz anders aus: Ein Teil der Ermäßigung blieb bei den Mineralölkonzernen hängen, sodass die Verbraucher weniger davon hatten. Die Gesamtkosten der Maßnahme für den Staat beliefen sich auf 1,6 Milliarden Euro.
Die Ergebnisse des ifo Instituts widersprechen damit den Angaben des Mineralölwirtschaftsverbands (en2x). Dieser hatte behauptet, die gesamte Steuerermäßigung sei an die Autofahrer weitergegeben worden. Auch eine separate Untersuchung der Monopolkommission kam zu dem Schluss, dass der Rabatt nicht in allen Fällen vollständig an die Verbraucher weitergereicht wurde.
Die unterschiedlichen Weitergabequoten könnten auf verschiedene Methoden zurückzuführen sein, mit denen die Wirkung des Rabatts berechnet wurde. Das ifo Institut stützte sich bei seiner Analyse auf einen direkten Vergleich mit den französischen Spritpreisen.
Da der Tankrabatt Anfang Juli ausläuft, werden die Kraftstoffpreise in Deutschland voraussichtlich wieder steigen. Die Studie zeigt, dass vor allem Fahrer von Premiumkraftstoffen von der Steuerermäßigung profitiert haben, während Dieselkunden weniger davon hatten. Die Debatte über die Fairness und Wirksamkeit des Rabatts dürfte damit weitergehen.
