Thailands Tigerparks: Hinter Selfies mit zahmen Raubtieren verbirgt sich brutale Ausbeutung
Paul SimonThailands Tigerparks: Hinter Selfies mit zahmen Raubtieren verbirgt sich brutale Ausbeutung
Ein tiefer, dröhnender Brüll hallt durch die schwüle Luft des Tigerparks in Pattaya. Doch hinter den Kulissen sieht die Realität für Thailands gefangene Tiger weit weniger majestätisch aus. Tierschutzorganisationen werfen den Betreibern vor, die Tiere würden brutaler Dressur und Ausbeutung ausgesetzt – alles nur, um Touristen mit Selfies und inszenierten Begegnungen zu unterhalten.
Tigerjunge werden immer wieder gezüchtet, um den Besuchern neue Attraktionen zu bieten. Trainer brechen ihren Willen frühzeitig, oft mit Metallstangen, um Ungehorsam zu bestrafen. Das Ergebnis: eine Reihe ungewöhnlich zahmer Tiger, die es Fremden ermöglichen, sie ohne Widerstand zu streicheln und mit ihnen zu posieren.
Kritiker argumentieren, dass solche Parks keinen Beitrag zum Artenschutz leisten. Stattdessen würden Tiger hier ausschließlich zur Profitmaximierung ausgebeutet. Während die Population wild lebender Tiger in Thailand langsam wieder anwächst – rund 200 Streifen durch geschützte Gebiete –, sieht die Zukunft der gefangenen Tiere düster aus. Viele verschwinden im illegalen Handel mit Tigertellen, ihr Schicksal bleibt undokumentiert.
Trotz strenger Gesetze zum Schutz der Tiger bleibt die Durchsetzung schwach. Korruption ermöglicht es Parkbetreibern oft, Vorschriften zu umgehen. Gleichzeitig wenden sich immer mehr Touristen, insbesondere aus Europa, von solchen Attraktionen ab und lehnen Elefantenritte oder Tiger-Selfies zugunsten ethischer Alternativen ab.
Der Kontrast zwischen den sich erholenden wilden Tigern Thailands und dem Leid der gefangenen Tiere könnte nicht größer sein. Mit wachsendem öffentlichen Bewusstsein meiden immer mehr Besucher ausbeuterische Parks. Doch ohne strengere Kontrollen wird sich der Kreislauf aus Zucht, Misshandlung und illegalem Handel wahrscheinlich fortsetzen.






