UniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Berlin blockt kategorisch
Greta WernerUniCredit bietet 35 Milliarden für Commerzbank – doch Berlin blockt kategorisch
UniCredit startet 35-Milliarden-Euro-Übernahmeangebot für Commerzbank
Die UniCredit hat ein Übernahmeangebot in Höhe von 35 Milliarden Euro für die Commerzbank vorgelegt und bietet den Aktionären 0,485 neue UniCredit-Aktien für jede Commerzbank-Aktie an. Der Vorstoß stößt jedoch auf starken Widerstand – sowohl seitens der deutschen Bundesregierung als auch der Commerzbank-Führung, die sich weiterhin kategorisch gegen einen Verkauf stellen.
Das Angebot bewertet die Commerzbank mit 30,80 Euro pro Aktie, was einem leichten Aufschlag von 4 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs entspricht. Angesichts der politischen Ablehnung und der Marktunsicherheit bleibt die Zukunft des Deals jedoch ungewiss.
UniCredit-Chef Andrea Orcel hält bereits fast 30 Prozent der Commerzbank-Aktien. Sein jüngstes Angebot erhöht den Druck auf Commerzbank-Vorstandschefin Bettina Orlopp, in Verhandlungen einzutreten. Doch die Bundesregierung, die einen Anteil von 12 Prozent besitzt, lehnt seit März 2025 jede Übernahme konsequent ab. Bundeskanzler Friedrich Merz betont, die Commerzbank solle "stark und unabhängig" bleiben – eine Haltung, die auch das Commerzbank-Management teilt.
Scharfe Kritik am Übernahmeversuch kommt zudem von der Gewerkschaft Verdi und dem Betriebsrat der Commerzbank, die vor möglichen Arbeitsplatzverlusten warnen. Unterdessen steht der DAX unter Druck und notiert unter seinem 50-Tage-Durchschnitt. Analysten beobachten die Marke von 22.900 Punkten genau: Ein Durchbrechen nach unten könnte weitere Rückgänge einläuten.
An anderer Front verzeichneten Bayer und Siemens Energy Kursgewinne, wobei Bayer von positiven Ergebnissen einer klinischen Studie profitierte. Höhere Ölpreise belasteten hingegen zyklische Werte und Reiseunternehmen. Die Aktien von Lufthansa und TUI gaben nach, da Anleger auf steigende Spritkosten reagierten.
Ein formelles Übernahmeangebot der UniCredit wird für Mai erwartet. Bis dahin wird die Entwicklung des DAX maßgeblich von politischen und unternehmerischen Reaktionen abhängen. Händler gehen davon aus, dass eine nachhaltige Erholung des Index erst gelingen würde, wenn die 24.000-Punkte-Marke zurückerobert wird.
UniCredits 35-Milliarden-Angebot sieht sich erheblichen Hindernissen gegenüber, da sowohl die Bundesregierung als auch die Commerzbank-Führung Verhandlungsgespräche ablehnen. Wie sich der DAX in den kommenden Wochen entwickelt, hängt davon ab, wie Politik und Wirtschaft auf den Vorstoß reagieren.
Scheitert das Übernahmevorhaben, bleibt die Commerzbank ein eigenständiges Institut, während UniCredit möglicherweise ihre Expansionsstrategie überdenken müsste. Klare Signale für die nächsten Marktbewegungen werden erst mit der Einreichung eines offiziellen Angebots im Mai erwartet.